Kritik an Kampftraining im Häfen: Beamter verletzt

Im Impulskontrolltraining geht`s zur Sache: Ein Beamter wurde bei Prügelei verletzt.
Im Impulskontrolltraining geht`s zur Sache: Ein Beamter wurde bei Prügelei verletzt.Bild: Daniel Schaler, Fotolia (Symbol)

Ein Beamter wurde im Häfen Gerasdorf bei einer Rauferei verletzt. Einige Wärter führen dies auf das Kampftraining zurück, wo junge Insassen Tricks lernen.

Das sogenannten Impulskontrolltraining im Jugendhäfen Gerasdorf (Neunkirchen) sorgt für erhitzte Gemüter, bei Insassen sowie bei Beamten. Eine Beamtin schüttelt den Kopf: „Da werden Streetfighter auf Steuergeld gezüchtet. Ein eigener Trainer coacht die Burschen. Mit Boxbandagen dreschen sie auf Sandsäcke ein, lernen Griffe und Tricks. Das ist immer laut aus der Halle zu hören – zum Fürchten."

Letzte Woche wurde aus Spiel bitterer Ernst: Häftlinge gerieten nach dem Hofgang aneinander, Justizbeamte mussten sich dazwischen werfen. Ein Wärter wurde an der Schulter verletzt.

„Tausende Euro im Monat werden für sowas ausgegeben, eine Stunde kostet alleine 160 Euro. Aber wir Beamte müssen dann nicht nur mit den Häftlingen, sondern sogar um die Bezahlung der Überstunden raufen", erklärt ein anderer Bediensteter und fügt hinzu: „Intern haben in Gerasdorf längst ausländische Gruppen das Kommando. Afghanen und Tschetschenen sind in der Überzahl und geraten oft aneinander. Und diese Kriminellen werden dann noch zu Kampfmaschinen ausgebildet. Unfassbar!"

Anstaltsleitung verfolgt andere Absichten

Thomas Binder, Stellvertretender Leiter und Sprecher der Anstalt beruhigt: „Genau das Gegenteil ist unsere Absicht, die Burschen sollen nachdenken, bevor sie zuschlagen. Wir haben einen Trainer – er ist Sportpsychologe und Impulskontroll-Trainer. Der Übergriff auf den Kollegen hat nichts mit dem Training zu tun, entstand aus einer Rauferei. Und zu den Kosten : Qualität hat seinen Preis." (Lie)

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