Kritik an neuer Corona-App der Staatsdruckerei

Neben dem Roten Kreuz hat auch die Staatsdruckerei eine Corona-App entwickelt. Sie soll als Immunitätsausweis dienen. Das Konzept sorgt aber für Kritik.
Die "Stopp Corona"-App des Roten Kreuzes hat in den vergangenen Wochen bereits für hitzige politische Debatten rund um Datenschutz und Privatsphäre gesorgt. Die Opposition besteht weiterhin darauf, dass die App nur auf freiwilliger Basis genutzt werden soll und will dies gesetzlich festlegen.

Neben dem Roten Kreuz hat auch die Staatsdruckerei eine App entwickelt. Die von ihrem Tochterunternehmen Youniqx Identity AG entwickelte App "Restart.ID" soll via Smartphone eine etwaige Immunität gegen das Virus verknüpft mit der Identität nachgewiesen werden können. So könnten Schutzausrüstung gespart oder auch Grenzübertritte erleichtert werden, heißt es gegenüber der APA.



CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. App liest Reisepass-Daten aus

Konkret sieht das Konzept vor, dass zukünftige App-Nutzer mittels Smartphone auf Anfrage von beispielsweise Behörden rasch ihre Immunität gegen das Coronavirus nachweisen könnten. Damit das funktioniert, müssten User nach dem App-Download ihr Smartphone auf ihren Reisepass legen, woraufhin die im Reisepass-Chip enthaltenen Informationen wie Name, Geburtsdatum oder das Porträtbild fortan von der "Restart.ID"-App angezeigt werden könnten. In der Folge müssten noch die Ergebnisse absolvierter Covid-19-Tests etwa mittels QR-Code eingelesen werden.

Kritiker befürchten Diskriminierung

Hans Zeger, Obmann der Arge Daten, zeigte sich im APA-Gespräch hinsichtlich des App-Konzepts kritisch: "Eine derartige Idee einzuführen enthält einen gefährlichen Anschlag auf die Grundrechte." Es bestehe die Gefahr einer sachlich unbegründeten Diskriminierung von symptomfreien Personen, die noch keine Corona-Infektion durchgemacht haben.

Auch A-Trust-Geschäftsführer Michael Butz, dessen Unternehmen die Handysignatur betreibt, sieht die Zeit noch nicht reif. Technisch wäre dies relativ problemlos umsetzbar, aber vorher müsse es eine gesellschaftspolitische Debatte über Datenschutz geben.

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