Kritik an Prämien bei den Vereinigten Bühnen Wiens

Die hoch subventionierten Vereinigten Bühnen Wien (VBW) zeigen sich bei Prämienzahlungen relativ großzügig... zu großzügig, findet zumindest das Kontrollamt. Demnach wurden einige Boni von den Prüfern als unangemessen hoch eingestuft. VBW-Generaldirektor Thomas Drozda wies die Kritik zurück. Die ÖVP wiederum sieht sogar einen "Selbstbedienungsladen".

Die zeigen sich bei Prämienzahlungen relativ großzügig... zu großzügig, findet zumindest das Kontrollamt. Demnach wurden einige Boni von den Prüfern als unangemessen hoch eingestuft. VBW-Generaldirektor Thomas Drozda wies die Kritik zurück. Die ÖVP wiederum sieht sogar einen "Selbstbedienungsladen".

Die in der städtischen Wien-Holding eingegliederten Vereinigten Bühnen, zu denen die Musicalstätten Ronacher und Raimund Theater sowie das Opernhaus Theater an der Wien gehören, haben zwischen 2009 und 2012 insgesamt Prämien von 660.000 Euro ausbezahlt - zum Teil an leitende Angestellte.

Der Bonus machte bis zu drei Monatsgehälter aus. In den Augen der Prüfer sind solche Beträge zu hoch: "Das Kontrollamt stellte fest, dass die Gewährung von bis zu drei Monatsgehältern für die zweite Führungsebene im Wien Holding-Konzern als eher unüblich zu qualifizieren ist." Derartige Regelungen sollten an die "Gepflogenheiten" des Unternehmens angepasst werden, also "in einem angemessenen Rahmen" erfolgen.

 VBW-Direktor wehrt ab

Generaldirektor Thomas Drozda verteidigt die Prämien: "Wir reden hier über eine Summe von 165.000 Euro pro Jahr. Das sind 0,35 Prozent des Personalaufwands", so Drozda. Angesichts der Leistungen und der niedrigen Fixgehälter seien derlei Boni legitim. Bei den Empfängern handle es sich um einen Personenkreis von 50 der insgesamt 700 Mitarbeiter - um "sehr wichtige Leistungsträger".

Beinahe die Hälfte der vom Kontrollamt ausgewiesenen Prämien handle es sich zudem nicht um Leistungsprämien, sondern um abgegoltene Überstunden, die lediglich als "Prämien" ausgewiesen würden. Die VBW hätten 2010 und 2011 die besten Jahre ihrer Geschichte verzeichnet. Die im Durchschnitt rund 1.500 Euro an reiner jährlicher Leistungsprämie für die Mitarbeiter "halte ich für legitim - noch dazu, weil wir hier über niedrigere Fixgehälter reden", unterstrich Drozda.

Zu allgemeine Zielvorgaben

Das Kontrollamt kritisierte außerdem, dass die Zielvorgaben oft sehr allgemein gehalten seien - etwa Kosteneinsparungen ohne konkreten Zielwert - oder sowieso im eigentlichen Aufgabenbereich des Mitarbeiters lägen (z. B. Einhaltung von Abgabedaten). Auffällig sei auch gewesen, dass die Ziele "immer zu 100 Prozent" erfüllt worden seien. Insofern wurde empfohlen, künftig "ambitioniertere und quantifizierbare Zielvorgaben" festzulegen. Denn Prämien sollten "in keinem Fall als 'Selbstverständlichkeit' wie die laufende Bezahlung angesehen werden".

Gerügt wurde außerdem der Umstand, dass nur in einem Fall festgelegt worden sei, die Prämie bei schlechter Wirtschaftslage zu halbieren. Die Prüfer forderten, diese Regelung in alle Zielvereinbarungen aufzunehmen. Die VBW will laut eigenem Bekunden dieser Aufforderung nachkommen.

Auch Kritik an Personalkosten

Die Personalkosten der VBW sind zwischen 2009 und 2012 um 7,6 Prozent auf zuletzt rund 45 Millionen angestiegen, während im selben Zeitraum der Mitarbeiterstand um 0,5 Prozent auf rund 702 Vollzeitäquivalente zurückging. Das Plus bei den Ausgaben war hauptsächlich auf Mehrkosten für den Personalbereich Kunst - also für Solisten, Orchester und Ensemblemitglieder - zurückzuführen. Künstler gehören nicht zum ständigen Personal, die Zahl der Beschäftigten sei also spielplan- und produktionsabhängig.

Die ÖVP wiederum geißelte die Vereinigten Bühnen in einer Aussendung als "Selbstbedienungsladen" mit "fehlender Transparenz und Verschwendungssucht". Die VBW bilanzierten im Vorjahr mit einem Minus von 4,3 Millionen Euro. Eine kürzlich beschlossene Erhöhung der Jahressubvention auf insgesamt fast 42 Millionen Euro seitens der Stadt Wien sorgte für heftige Diskussionen. Nicht nur die Rathausopposition, sondern auch diverse Proponenten der freien Theater- und Kunstszene ließen ihrem Ärger freien Lauf.

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