Kritik an UEFA: Überlebenskampf ist okay, Flitzer nicht

Der Flitzer von Wembley
Der Flitzer von Wembleypicturedesk.com
Der Muskelflitzer vom EM-Finale sorgt weiter für Diskussionen. Die UEFA steht aufgrund der TV-Bilder in der Kritik.

In der 87. Minute wurde das Finale zwischen Italien und England plötzlich angehalten, der Flitzer war erst durch mehrere Ordner zu stoppen. Die Fans vor dem TV sahen diese Bilder nicht, bei Flitzern blendet die UEFA sofort weg.

Im Vergleich zum Überlebenskampf des Dänen Christian Eriksen sind das absolut harmlose Bilder. Die Szenen um Eriksens Reanimation wurden gezeigt, der Flitzer rausgeschnitten.

Das sorgt auf Twitter für Diskussionen, ein User kritisiert die UEFA scharf: "Einen Mann, der um sein Leben kämpft und seine weinende Ehefrau = volle Berichterstattung mit Zoom auf die Wiederbelebung. Ein Flitzer im Finale = wird rausgeschnitten. Euer Ernst?"

Die UEFA rechtfertigt sich: "Den Spielleitern wird empfohlen, die Übertragung solcher Vorfälle zu vermeiden, um ein solches Verhalten nicht zu fördern und diesem eine Plattform zu bieten."

"Das ist ein billiges Argument der UEFA, das mittlerweile in vielen Bereichen missbraucht wird. Dieses, wir wollen keine Nachahmer, produziert eben am Ende genau das", kritisiert der Medien- und Kommunikationsexperte Marcus Knill.

Zuschauerinnen und Zuschauer könne man in der aktuellen Zeit sowieso nicht mehr zensieren, da sie alle Smartphones besitzen und die Aufnahmen selbst machen können. "Das bedeutet, dass die Zuschauer ja dennoch alles herausbekommen und es macht hier keinen Sinn von der UEFA, solche Szenen zu zensieren."

Das Verhalten der UEFA ist für Knill unverständlich: "Die UEFA zeigt nur das, was sie zeigen möchte. Das heißt, sie betreibt in dem Moment Maulkorb-Politik. Das geht einfach nicht."

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