Wintersport

Kritik von Österreich-Coach: "Katastrophe für Skisport"

Die Premiere der Weltcup-Abfahrt vor dem Matterhorn ist ins Wasser gefallen. Der zweite Versuch sorgt nun abermals für Aufsehen. 
Heute Redaktion
07.04.2023, 13:04
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Es sollte das erste Highlight der Ski-Saison werden: Die Premiere der Weltcup-Abfahrt in Zermatt. Doch das für Ende Oktober bei den Herren und Anfang November im Damen-Weltcup angesetzte Speed-Doppel musste gestrichen werden, es konnte aufgrund des Schneemangels keine rennfertige Piste präpariert werden. Die Rennen wurden gestrichen. 

Doch nun soll es im zweiten Versuch klappen. Denn die Matterhorn-Abfahrt befindet sich auch für 2023/24 wieder im Weltcup-Kalender. Das Renn-Doppel ist für den 11. und 12. November angesetzt. Dies stößt im Weltcup-Zirkus jedoch auf wenig Gegenliebe. "Für den Abfahrtssport stellt diese Planung eine absolute Katastrophe dar", ärgerte sich Sepp Brunner, Speed-Cheftrainer bei Ski Austria, wie der ÖSV seit Kurzem heißt, im "Blick". 

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"Dann wird es gefährlich"

Um die Durchführung der Rennen zu gewährleisten, rückte der Termin im provisorischen Weltcup-Kalender um zwei Wochen nach hinten. Das passt dem österreichischen Betreuer aber so gar nicht. "Normalerweise fliegen wir in der zweiten Novemberwoche in die USA nach Copper Mountain, wo wir in den letzten Jahren bei perfekten Bedingungen noch einmal rund zwei Wochen optimal Abfahrt trainieren konnten. Dieser Block wäre für uns deshalb besonders wichtig, weil das Speed-Training im Sommer aufgrund der immer stärker schmelzenden Gletscher zu kurz kommt", so Brunner. Und ergänzte: "Wegen des neuen Datums für die Matterhorn-Rennen droht dieses elementare Camp nun komplett auszufallen." 

Ski Austria müsste Copper Mountain damit streichen, schließlich ist rund eineinhalb Wochen nach dem Doppel in Zermatt das erste Abfahrtstraining im kanadischen Lake Louise angesetzt, für einen Trainingsblock in Copper Mountain wäre also keine Zeit mehr. Und fehlende Trainingsläufe hätten fatale Auswirkungen, ist Brunner überzeugt. "Wir diskutieren immer wieder darüber, wie wir den Abfahrts-Rennsport sicherer machen können. Aber wenn sich die jungen Athleten wie im Fall von dieser Planung nicht mehr ordentlich auf die Rennen vorbereiten können, wird es richtig gefährlich", so der österreichische Coach. 

FIS in der Kritik

Eine Alternative scheint jedoch nicht in Sicht zu sein. Mit einer früheren Ansetzung riskiert der Ski-Weltverband die neuerliche Absage. Schon Ende November stehen die Übersee-Rennen auf dem Programm, bevor der Weltcup dann im Dezember so richtig Fahrt aufnimmt.

Unterstützung erhält der Ski-Austria-Mann schließlich vom deutschen Alpindirektor Wolfgang Maier, der bekräftige, dass sich im Rahmen des Weltcupfinals in Andorra alle Nationen gegen den nun geplanten Termin ausgesprochen hätten – mit Ausnahme der Schweiz. Aber weil es die Führung der FIS unbedingt so will, ist unser Widerstand offenbar zwecklos", so Maier. Das letzte Wort ist jedenfalls noch nicht gesprochen. 

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