"Bitcoin-Millionär" soll Bekannte betrogen haben

Der Angeklagte bei Gericht in St. Pölten.
Der Angeklagte bei Gericht in St. Pölten.Bild: Kein Anbieter/iStock, Daniel Schreiner
Ein 39-Jähriger soll gutgläubigen Menschen versprochen haben, deren Geld gewinnbringend in Kryptowährungen zu veranlagen. Jetzt musste der Arbeiter vor Gericht.
Mit über einer Stunde Verspätung erschien ein Mostviertler am Montag am St. Pöltner Landesgericht. Der siebenfach vorbestrafte Mann musste sich wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges und Veruntreuung verantworten.

5.000 € vom Onkel

Der verheiratete Arbeiter hatte laut Anklage die Gutgläubigkeit und Unwissenheit von mindestens drei Personen – Onkel und zwei Bekannte – ausgenützt. Mit Sätzen wie „Mit 100.000 Euro Investment mache ich 5 % Gewinn im Monat" profilierte er sich im Bekanntenkreis als mutmaßlicher Krypto-Experte (Anm.: er warb auch auf Facebook aktiv für Kryptowährungen) und „Bitcoin-Millionär".

Eine Bekannte (37) gab ihm mehrere Tausend Euro, ein Facebook-Freund (29) 9.000 €, der Onkel 5.000 €. Einen Teil des Geldes soll er bei einem Kryptomining-Unternehmen, dem die FMA (Finanzmarktaufsicht) 2018 das Geschäftsmodell untersagt hatte, veranlagt haben. Der Rest des Geldes ist einfach weg, der Verbleib des Geldes ungewiss.



"Handy ins Wasser"


CommentCreated with Sketch.4 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Vor Gericht zeigte sich der 39-Jährige teils geständig, gestand die entgegengenommenen 9.000 Euro des 29-Jährigen veruntreut zu haben. Das übrige Geld sei teils noch in der Wallet. „Es gab einen Zugriff aus dem Ausland auf mein Wallet. Dann ist mir noch das Handy ins Wasser gefallen, ich hatte keinen Zugriff mehr." Ein Ermittler im Zeugenstand: „Es gab tatsächlich einen Zugriff aus den Philippinen, aber das hat mit dieser Causa nichts zu tun." Dass er sich als "Bitcoin-Millionär" ausgegeben hatte, bestritt der 39-Jährige beim Prozess.

Übrigens: Der 39-Jährige war im November 2018 auf die Polizei gegangen und hatte behauptet, dass am Vortag Kryptowährungsbestände von seinem Wallet abgebucht worden seien. Dadurch begann die Polizei zu ermitteln ...

Es wurden weitere Zeugen geladen, der Prozess wurde auf September vertagt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

(Lie)

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