Österreich

Küchenhilfe im Krankenstand gekündigt

Heute Redaktion
13.09.2021, 15:38

Kitti B. (25) fing im Mai bei einer Lokal-Kette als Küchenhilfe zu arbeiten an. Wegen eines Unfalls durfte sie nichts Schweres tragen, was sie nach eigenen Angaben ihrem Vorgesetzten auch bekannt gab.

"Trotzdem hat mich der Küchenchef immer wieder zum Dienst eingeteilt, wenn Ware geliefert wurde. Dann musste ich die Kisten in die Regale einschlichten", erzählt die 25-Jährige aus der Donaustadt. Zuletzt wurde der 1,66 Meter großen und 60 kg schweren Frau am 6. Juni die Tätigkeit zugewiesen. Zwei Tage später konnte die gebürtige Ungarin plötzlich nicht mehr aufstehen: "Ich konnte mich überhaupt nicht mehr bewegen, hatte große Schmerzen", erinnert sie sich. Ihre Mutter Timea B. rief die Rettung, Kitti B. kam ins Spital, wo ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert wurde.

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Kistenschleppen als Ursache?

Die 25-Jährige meldete sich bei ihrem Dienstgeber krank, wurde im September schließlich gekündigt. Auf Nachfrage bei der Gastronomie-Kette heißt es dazu: "Frau B. hat nie über Schmerzen geklagt und uns auch keine Beeinträchtigung mitgeteilt. Zudem hätte sie die Tätigkeit ablehnen können." Für Kitti B. steht jedenfalls fest: Das Kistenschleppen ist die Ursache ihres Bandscheibenvorfalls. Doch das Gesetz sieht dies anders: "Wenn der Vorfall nicht am Arbeitsplatz und nicht während der Arbeitszeit passiert ist, dann ist es rechtlich gesehen kein Arbeitsunfall", so AK-Jurist Alexander De Brito. Kitti B. kann also nur hoffen, dass es ihr bald besser geht.