Als scheidender Radio-Profi erhebt eine Wahl-Wienerin nun ihre Stimme gegen die abschreckenden Arbeitsbedingungen beim Sender Ö1. Auf Twitter gewährt Jana W. gnadenlose Einblicke in ihren Alltag. "Ich will dort nicht länger arbeiten", schreibt sie, "allein wegen der äußerst prekären Bedingungen und allgemeinen Perspektivenlosigkeit." In mehr als vier Jahren war die freie Mitarbeiterin nie länger als 32 Stunden am Stück beschäftigt.
"Überall sonst in Österreich wäre so ein Arbeitsverhältnis nicht möglich, doch das ORF-Gesetz erlaubt das explizit", prangert die 27-Jährige an. Es gäbe weder zeitliche, noch finanzielle Planungssicherheit, das "scheint innerhalb des ORF völlig normalisiert." Der "Dauerstress" mache alle zu mürbe, um sich gegen die "Tagelöhnerei" aufzulehnen.
Es sei für Freie weder möglich, "Karriere zu machen, noch nach Jahren in der Redaktion ein besseres Gehalt zu bekommen. Das ist auf Dauer unerträglich." Es darf nicht zuviel verlangt sein, durchgehend sozialversichert zu sein und ein planbares Einkommen zu haben.
Auf "Heute"-Anfrage beteuert der ORF, Mitarbeiter "auf gesetzlich korrekte Art und Weise, auf Basis arbeitsrechtlicher Bestimmungen“ zu beschäftigen. "Die Vielfalt der Programme des ORF bedingt auch unterschiedliche Beschäftigungsverhältnisse, wie es sie in vielen Unternehmen gibt. Manche freie MitarbeiterInnen arbeiten nur fallweise im ORF, andere regelmäßig. Auch im konkreten Fall sind alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten worden, andere Behauptungen sind falsch."