Der Vorfall ereignete sich auf dem Bahngleis in Rüdtlingen im Schweizer Emmental: Eine Kuh schaffte es, einem Fleischer zu entkommen und geriet kurze Zeit später unter die Räder eines Zuges. Das Tier überlebte den Unfall nicht. Die Personen, die sich im Zug befanden, kamen mit dem Schrecken davon. "Im Zug befanden sich rund 30 Personen. Verletzt wurde niemand. Die Reisenden konnten anschließend auf einen Bus umsteigen", sagt Stefan Locher, Mediensprecher der Bahn zu "20 Minuten".
Wie die "Berner Zeitung" berichtet, sollte die Kuh am Mittwochmorgen geschlachtet werden. Sie konnte jedoch dem Fleischer in Rüdtlingen entfliehen. Das Schlachthaus sei nicht weit vom Bahnhof entfernt. Auf ihrer Flucht kam sie so zuerst an einem Gewerbegebäude vorbei, bevor sie zur Bahntrasse gelangte. Der Trasse wollte sie Richtung Südosten folgen. Dabei kam sie aber nur einige Meter weit, wie es im Bericht steht.
Auf ihrem Weg in die Freiheit wurde die Kuh schließlich von einem Zug angefahren. Der Zug entgleiste und verursachte Schäden an der Infrastruktur. "Der Zug erfasste die Kuh, wodurch die vorderste Achse entgleiste. Dies führte zu Schäden an den Sicherheitsanlagen auf den Gleisen", so Locher. Bis der Zug zum Abschleppen bereit war, dauerte es mehrere Stunden.
Ein Mann, der an der Unfallstelle wohnt, sagt der "Berner Zeitung", dass er noch nie so ein "heftiges Rumpeln" gehört habe. Der Lärm wäre durch die entgleisten Räder verursacht worden, die über Schotter und Schwellen gerollt seien, führt er weiter aus. Außerdem seien am gleichen Ort schon einmal drei Kühe entwischt. Diese fanden aber einen ähnlich tragischen Tod: Sie seien dann bei einem Bauernhof erschossen worden.
Der Unfall werde nicht weiter untersucht, sagt ein Sprecher der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle. Kollisionen mit Tieren würden sich immer wieder ereignen und auch wenn es zu einer Entgleisung käme, wäre die Wahrscheinlichkeit von schwerwiegenden Konsequenzen sehr gering, so der Sprecher weiter. Dafür sei die Masse der Tiere zu klein.