Küken-Schreddern in D noch bis 2020 erlaubt

Deutsches Bundesverwaltungsgericht entscheidet dass Schreddern von Küken nicht mit Staatsziel Tierschutz vereinbar ist. Zumindest bis 2020 bleibt es legal.
Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich werden Millionen männlicher Küken kurz nach ihrer Geburt geschreddert oder vergast. In Deutschland sind es rund 45 Millionen im Jahr; in Österreich waren es 2018 über 9 Millionen Küken.

Warum werden männliche Küken getötet? Da sie keine Eier legen und auch zum Mästen nicht geeignet sind, haben die Tierbabys keinen wirtschaftlichen Nutzen für Brütereien. Die Praxis wird immer mehr kritisiert, nicht nur von Tierschützern, sondern auch vermehrt von Konsumenten.

Deutschland will eine Methode einführen, die das Küken-Schreddern abschafft



CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Das deutsche Bundesverwaltungsgericht entschied am heutigen Donnerstag, das Kükentöten nur noch übergangsweise zu erlauben. Damit hätten die Brütereien genug Zeit, um sich umzustellen. Ab 2020 soll die Praxis dann ganz verboten und von dem "Seleggt-Verfahren" abgelöst werden. Hier kann schon vor dem Schlüpfen das Geschlecht bestimmt werden. Männliche Küken würden so erst gar nicht geboren.

Der Tierschutzverein Peta betrachtet das Urteil als wegweisend, auch wenn das Küken-Schreddern weiterhin erlaubt bleibt, bis ein neues Verfahren eingesetzt wird. Alleine das Urteil, dem Tierschutz mehr Gewicht zuzuschreiben als wirtschaftlichen Interessen, ist sehr zu begrüßen.



„Nach Auffassung des Gerichts ist es für sich genommen kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes, männliche Küken zu töten, die aus wirtschaftlichem Interesse aus einer auf eine hohe Legeleistung spezialisierten Zuchtlinie stammen", erklärt Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei der Tierschutzorganisation Peta.

(mp)

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