Wien

Kultursommer macht ganz Wien zur Open-Air-Bühne

600 Acts sorgen beim dritten Wiener Kultursommer für Stimmung. Die Besucher erwartet ein Programm aus Musik, Theater, Tanz und Kabarett.
Yvonne Mresch
29.06.2022, 17:21

Unter dem Motto "Samma in da City" geht der dritte Wiener Kultursommer von 1. Juli bis 14 August über die Bühne. Rund 600 Acts und 2.000 Künstler treten in ganz Wien auf – ausgewählt aus über 2.000 Einreichungen. 

Prater-Picknick mit den Symphonikern

Gefeiert werden kann heuer an 37 verschiedenen Standorten. Um die Stadt noch flächendeckender zu bespielen, sind heuer neue Bühnenstandorte in Favoriten (Wasserturm), Brigittenau (Mortarapark) und Liesing (Meischlgasse). Jeweils donnerstags bis sonntags erwartet die Besucher ein vielfältiges Programm. Um das Event für alle Menschen zugänglich zu machen und mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen, ist ein Vermittlungsteam in einzelnen Bezirken rund um die Bühnenstandorte unterwegs. Im Fokus stehen Mehrsprachigkeit, Barrierefreiheit und Inklusion.

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Den Start macht ein Eröffnungskonzert im Prater. Die Kaiserwiese wird am 1. Juli ab 19 Uhr zum Schauplatz des ersten "Prater-Picknicks" der Wiener Symphoniker. Das Orchester lädt zum Open-Air-Konzert vor der Kulisse des Wiener Riesenrades – rund 5.000 Besucher sind eingeladen, mit Picknickkorb vorbeizukommen. Am Samstag, 16. Juli kommen Fans der Blasmusik auf ihre Kosten: Ein Mix aus Blasmusik-Bands erobern ab 18.30 Uhr den Rathausplatz. Einen Tag später steht alles im Zeichen der Vielstimmigkeit: Um 18.30 startete ebenfalls am Rathausplatz ein Chorabend, der eine Mischung aus modernem Pop, Gospel und A-cappella-Gesang präsentiert. 

Von Elektro und Indie bis zur Literatur

Fans der elektronischen Musik können etwa die Künstlerin Tezibel (16. Juli, 18.30 Uhr, Karl-Marx-Hof, Döbling) oder Singer-Songwriter Zion Flex (11. August, 20 Uhr, Karl-Marx-Hof, Döbling) erleben. Für humorvolle Abende sorgen Bernhard Viktorin mit seinem Programm "Endlich! allein" am 30. Juli um 18.30 Uhr am Naschmarkt (Mariahilf) oder Ulrike Haidacher mit "Die Party. Eine Einkreisung", einer szenischen Lesung, am 8. Juli um 18.30 Uhr im Karl-Marx-Hof (Döbling). Literatur-Liebhaber dürfen sich außerdem auf Lesungen wie die von Stefan Slupetzky aus "Nichts als Gutes" (14. Juli, Muthsamgasse, Penzing) freuen.

Für Stimmung sorgt die Indie-Band "Catastrophe & Cure", die am 14. Juli um 20 Uhr im Mortarapark (Brigittenau) auftritt. Ganz dem Tanz verschrieben hat sich Mzamo Nondlwana, der am 15. (Meischlgasse, Liesing) und 16. Juli (Muthsamgasse, Penzing) ab 20 Uhr "in die Zukunft" ihr Können zum Besten gibt. Ebenso am 16. Juli ab 18.30 Uhr bietet "Queens Brunch" eine Varieté Show mit den besten internationalen Drag-Künstlern Europas im Wasserturm Favoriten. Im Mortarapark (9. Juli, 18.30 Uhr) und in der Muthsamgasse (10. Juli, 18.30 Uhr) treten die "Omas gegen Rechts" auf. Nachdenkliches und Berührendes gibt es bei der Theateraufführung von "Der Krieg hat nicht das letzte Wort".

Aber auch die Kleinsten kommen beim Open-Air-Festival auf ihre Kosten: Immer vormittags präsentieren ausgewählte Bühnen Darbietungen für junges Publikum. Für Pensionisten bieten 25 "Häuser zum Leben" ein Musikprogramm in Form von Gartenkonzerten an. Die Konzerte finden exklusiv für Bewohner und Angehörige statt. Das gesamte Programm finden Sie hier

Ludwig: "Nicht die Menschen kommen zur Kultur, sondern die Kultur zu den Menschen"

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sieht den Wiener Kultursommer als "Ort der Inspiration und des Austauschs": "Das Festival ist mittlerweile nicht mehr aus dem Stadtprogramm wegzudenken. Die großartigen und vielfältigen Beiträge der Künstler werden bunt gemischt an Orten präsentiert, die nicht wie sonst oft üblich im Zentrum liegen. Beim Kultursommer kommen nicht die Menschen zur Kultur, sondern die Kultur zu den Menschen." Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es wichtig, alle Wiener zu einem kostenlosen Kulturangebot einzuladen, so der Stadtchef.

Auch für Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) ist das Festival nicht mehr wegzudenken: "Der Kultursommer Wien ist ein kulturelles Leuchtturmprojekt, das europaweit für Furore gesorgt und bereits internationale Nachahmer gefunden hat. Als sozialer Ort, an dem Menschen oftmals die erste Begegnung mit Künstlern und bisher unbekannten kulturellen Schätzen der Stadt erleben, ist seine gesellschaftliche Relevanz nicht hoch genug einzuschätzen."

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