Gedenken an Terroranschlag auf Wiener Synagoge

Zum 40. Jahrestag des Anschlags auf die Synagoge in der Seitenstettengasse gedenkt die IKG den Überlebenden.
Zum 40. Jahrestag des Anschlags auf die Synagoge in der Seitenstettengasse gedenkt die IKG den Überlebenden.Herbert Pfarrhofer, APA. picturedesk.com
Bei dem Anschlag von 1981 auf den Stadttempel starben zwei Menschen, 18 wurden verletzt. Heute gedenkt man Opfern, Rettern und Überlebenden.

Am 29. August 1981 versuchten zwei Terroristen, in die Synagoge in der Seitenstettengasse (Innere Stadt) einzudringen. Als die Männer das Gebetshaus stürmen wollten, schafften es Polizisten, die Eingangstore zu verriegeln und retteten damit unzähligen Menschen das Leben. 40 Jahre danach erinnert die Israelische Kultusgemeinde (IKG) bei der Gedenkfeier den Überlebenden, Verletzten, Rettern und Polizisten. Anwesend waren Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP), die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ), der israelische Botschafter Mordechai Rodgold und IKG-Präsident Oskar Deutsch.

IKG-Präsident Oskar Deutsch erinnert an die Helfer und Polizisten, die den Terroranschlag 1981 überlebt haben.
IKG-Präsident Oskar Deutsch erinnert an die Helfer und Polizisten, die den Terroranschlag 1981 überlebt haben.Herbert Pfarrhofer/ APA / picturedesk.com

Leibwächter schoss auf Terrorist

Vor der verriegelten Toren schossen die Terroristen weiter um sich, bis Rudolf Vesztergombi eingriff. Der Leibwächter kam an seinem freien Tag zufällig vorbei und setzte einen Angreifer durch einen Bauchschuss außer Gefecht. Der zweite Mann konnte fliehen, feuerte bei einer Verfolgungsjagd durch die Innenstadt wahllos auf Passanten und schleuderte Handgranaten auf einen Funkstreifenwagen.

Antisemitismus als Motiv

Dabei wurde der Pensionist Nathan Fried getötet sowie die 25-jährige Ulrike Kohut, die sich auf einen Kinderwagen warf, um ein Baby zu schützen. IK-Präsident Deutsch verlas eine Nachricht der Tochter von Nathan Frieds: "Die Terroristen haben uns angegriffen, weil wir Juden waren. Sie hatten kein anderes Motiv, als den Hass auf uns und sie hatten kein anderes Ziel, außer zu töten. Wien und die jüdische Gemeinde waren unsere Heimat, die mit diesem Anschlag angegriffen wurde.“

Seit dem an Anschlag werden IKG-Einrichtungen ständig bewacht und beschützt. Deutsch betonte in seiner Rede die Bedeutung der hohen Sicherheit für das jüdische Leben in Österreich. "Letztlich macht dieses hohe Schutzniveau vielfältiges und selbstbewusstes jüdisches Leben, wie wir es kennen, erst möglich“, so Deutsch.

Palästinensisches Terrornetz aufgedeckt

In den Tagen nach dem Anschlag konnte die Polizei ein palästinensisches Terrornetz aufdecken. Beide Männer, Hussham Raji und Marwan Hassan, waren Anhänger der extremistischen Abu-Nidal-Gruppe, auch als "Fatah Revolutionärer Rat“ bekannt. Sie wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Raji wurde an Belgien ausgeliefert und ist inzwischen frei, Hassan saß in Graz-Karlau. Ihr mutmaßlicher Anführer, Bahij Younis, der in Salzburg festgenommen wurde, kam mit 20 Jahren davon, weil ihm nicht alle Vorwürfe nachgewiesen werden konnten.

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