Kunde kündigte Ö-Card bei ÖBB und muss weiter zahlen

Ärger mit Österreich-Card: Manuel B.
Ärger mit Österreich-Card: Manuel B.privat
Ärger für Manuel B.: Wegen Covid-19 hatte er seine teure Österreich-Card bei den ÖBB gekündigt, muss dennoch weiter zahlen, wurde sogar gemahnt.

Die Österreich-Card der ÖBB ist eine feine Sache: Für 1.154 Euro bis 3.196 Euro im Jahr reisen Inhaber (je nach Tarif; es gibt Classic, Familie, Senior, Jugend, Spezial für die erste oder zweite Klasse, Anm.) mit den ÖBB und vielen Privatbahnen ein Jahr lang durchs ganze Land und genießen auch sonst noch einige Vergünstigungen. 

Wieder Rate abgebucht

Da ein vierstelliger Eurobetrag kein Pappenstiel ist, können Kunden auch monatlich zahlen. Manuel B. (27) war lange Inhaber einer Jugend-Card, mit dem 27. Geburtstag musste er auf die Classic-Variante (Kosten 1.944 Euro im Jahr 162 Euro im Monat, Anm.) umsteigen. "Die Card war einige Jahre praktisch für mich. Ich musste täglich nach Wien pendeln und arbeitete immer wieder auf Festivals in Salzburg", so der 27-Jährige.

Kündigung wegen Pandemie

Manuel B. weiter: "Aufgrund der Pandemie und der Heimarbeit habe ich die Karte und somit den Vertrag am 29.11.2020 am Schalter in Tulln gekündigt." Am 3. Dezember 2020 wurde erneut eine Rate abgebucht. Auf Nachfrage hieß es, dass alles korrekt sei. 

Zahlung auch im neuen Jahr

Aber! Im Jänner 2021 wurde erneut eine Rate abgebucht: "Mir wurde gesagt, dass es sich um eine Überschneidung handle. Ich könne drei Monate warten, bis ich den Betrag zurückerstattet bekomme oder ich lasse es von der Bank stornieren und habe das Geld schneller. Natürlich entschied ich mich für die zweite Variante", so der Niederösterreicher.

Mahnung im Jänner

Nicht einmal zwei Wochen später, am 14. Jänner 2021, trudelte eine Mahnung bei Manuel B. ein. Dieser rief sofort die ÖBB an, in einem knapp halbstündigen Gespräch kam folgendes heraus: "Mir wurde gesagt, dass die Karte erst am 24.12. 2020 gekündigt wurde und somit wäre noch eine weitere Rate zu begleichen. Mir war aber bereits am 29. November 2020, also bei Abgabe der Karte am Schalter, gesagt worden, dass die Kündigung sofort erfolge. Am 14. Jänner 2021 wurde mir von den ÖBB auch mitgeteilt, dass ich die Karte erst am 23.12. 2020 abgeben hätte sollen und dann wäre nur eine Rate fällig gewesen. Das ist doch absurd. Ab 29.11. konnte ich ja keine Leistung mehr in Anspruch nehmen", so Manuel B. 

ÖBB: "Gutschein für Kunde"

ÖBB-Sprecher Christopher Seif dazu: "Ein „Vertragsmonat“ beginnt jeweils mit dem Gültigkeitstag (Fließdatum) des jeweiligen Monats. Die Laufzeit in diesem Fall war bis zum jeweils 24. des Monats. Der Kunde hat die Ö-Card am 29., also 5 Tage zu spät abgegeben, damit hat sich alles um einen Monat verschoben – die Kündigung konnte somit erst mit 24.12.2020 erfolgen. Hätte der Kunde die Karte vor dem 24.11.2020 abgegeben, so wäre die Kündigung auch mit 24.11.2020 erfolgt und die Dezember-Abbuchung wäre nur mehr die Bearbeitungsgebühr und keine Rate mehr gewesen. Tariflich war alles korrekt und die vom Kunden beanstandete Rate ist noch offen. Der Kunde hat sich am 14.01.2021 parallel nochmal gemeldet: Er will die Rate im Februar einzahlen. Es wurde von unserer Seite eine Mahnsperre gesetzt, damit keine weiteren Mahnkosten anfallen. Die Infos am Schalter bzw. Telefon waren leider nicht korrekt."

Der ÖBB-Sprecher weiter: "Zusammengefasst heißt das, dass im Dezember 2020 die Rate für November 2020 fällig wurde und durch die „verspätete Kündigung“ auch noch im Jänner 2021 die Rate für Dezember 2020 (Anm.: letzte Rate, weil eben erst am 29.11.2020 gekündigt und nicht bis 24.11.2020). Wir werden dem Kunden jedoch anbieten, dass er die letzte Rate in Form eines ÖBB-Gutscheins wieder retourniert bekommt, da die Infos, die er scheinbar am Schalter bzw. am Telefon bekommen hat, nicht korrekt waren."

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