Kundin: "AMS meinte, ich sei zu doof für Umschulung"

Die AMS-Vereinbarung der Betroffenen
Die AMS-Vereinbarung der Betroffenenprivat
Eine arbeitslose Waldviertlerin wollte auf Bürokauffrau umsatteln. "Die AMS-Beraterin stellte mich dumm dar, ich solle doch Verkäuferin bleiben."

Jennifer A. (Name auf Wunsch geändert) aus dem Waldviertel hatte als Verkäuferin gearbeitet. Doch auch die 33-Jährige verlor, wie viele andere Verkäufer auch, ihren Arbeitsplatz und ist nun seit Oktober auf Jobsuche.

Zu blöd für anderen Job?

"Ich habe dem AMS mitgeteilt, dass ich eine Umschulung zur Bürokauffrau machen will. Ich wurde aber am AMS Horn nur dargestellt, als sei ich zu blöd dafür und zu nichts anderem tauge. Ich solle doch lieber im Verkauf bleiben", so die Waldviertlerin wütend.

Doch die Verkäuferin blieb hartnäckig, fand einen Kurs um 660 Euro. "Die Beraterin am AMS willigte ein, aber ich musste einen Vertrag unterschreiben, der festhielt, dass ich im Verkauf bleibe, sonst würde man mir das Geld streichen", so die Arbeitslose weiter.

"AMS erpresst mich"

"Die größte Frechheit ist jedoch, dass man irgendwelche Jobs zugesendet bekommt und zwei Tage später wird schon eine Antwort gefordert mit der Drohung des Geldabdrehens", so Jennifer A. Sie wandte sich auch an die Arbeiterkammer NÖ: "Die sagten mir, dass das AMS die Umschulung bezahlen muss und ich mich nicht erpressen lassen soll."

Das sagt das AMS

Eine Sprecherin des AMS NÖ meinte allgemein dazu: "Wenn ein Kunde eine Ausbildung hat und wir haben passende, offene Stellen, dann wird ein Angebot offeriert - das ist ja Sinn der Sache. Wenn es aber keine Angebote gibt, erst dann wird qualifiziert."

Der Vertrag zwischen AMS und Waldviertlerin
Der Vertrag zwischen AMS und Waldviertlerinprivat

Zum konkreten Fall musste Jennifer A. eine Einwilligungserklärung für "Heute" unterschreiben, um die spezielle Causa behandeln lassen zu dürfen. Martina Fischlmayr dazu: "Vorrangiges Ziel des AMS ist es, die Zeit der Arbeitslosigkeit für die Betroffenen so kurz wie möglich zu halten. Daher werden freie Stelle konsequent vermittelt, so wie auch im Fall der besagten Frau. Klappt der Jobantritt nicht, so werden alternative Wege gesucht. Frau A., möchte eine Lehre als Bürokauffrau machen. Das AMS Horn hat dieser Idee zugestimmt und gleichzeitig festgehalten: Sollte es während der Ausbildung freie Stellen geben, die zu Frau A. passen, wird sie vermittelt. Der Chef des AMS Horn wird Frau A. kontaktieren, um den Weg zurück ins Berufsleben noch mal zu klären und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen."

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