"Aus Verbundenheit" hat der franko-senegalesische Kunstshootingstar Alexandre Diop der Kunsthalle Krems eine Schenkung gemacht. Es handelt sich laut einer Aussendung vom Montag um das Bild "Le Petite Crepuscule" ("Die kleine Dämmerung"). Das auf Holz gearbeitete Mixed-Media-Werk gehe zur Verwahrung in die Kunstsammlung des Landes Niederösterreich über und stehe so für weitere Ausstellungen zur Verfügung, wurde betont.
"Le Petite Crepuscule" aus dem Jahr 2018 zählt zu Diops archaisch-expressionistischer Werkphase vor seinen aktuellen Materialbildern in kräftiger Farbpalette. "Zumeist fungieren gefundene Holzbretter als Bildgrund, die der Künstler mit Pastellkreide bemalt und bezeichnet. Intuitiv führt Diop den Stift und erschafft obskure Wesen. Eine zerzauste hockende Kreatur nimmt in frontaler Position den Bildraum ein. Diops Frühwerk ist von zeichnerischer Intensität und dunkler Atmosphäre geprägt", schrieb die Kunsthalle.
Von November 2022 bis April 2023 war der 28-Jährige in Krems in der Gruppenausstellung "The New African Portraiture. Shariat Collections" vertreten. In dieser ersten Schau über zeitgenössische afrikanische figurative Malerei in Europa setzten sich 24 Künstlerinnen und Künstler afrikanischer Herkunft mit afrikanischer Identität, Ästhetik und Kunstgeschichte auseinander.
Diops Schenkung bestätige, dass Niederösterreich "ein modernes und über unsere Landesgrenzen hinaus geschätztes Kulturland ist", reagierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). "Alexandre Diops Talent zeigt sich nicht nur als Zeichner und Maler, sondern auch in seiner eigenständigen künstlerischen Strategie. Er verbindet die Kulturen Europas und Afrikas", betonte Florian Steininger, Direktor der Kunsthalle Krems.