Kunst zu leben, Kunst zu sterben

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Gräbergang, Besuch des Friedhofs, das gehört für viele Menschen bei uns zu "Allerheiligen", zu "Allerseelen". Die Gräber der Familie, der Freunde, erinnern an das eigene Sterben. Es kommt gewiss. Ungewiss ist nur, wann es kommt. Im Alltag wird der Gedanke an den eigenen Tod meist verdrängt. Zu Allerheiligen hat er seinen Platz.

Gräbergang, Besuch des Friedhofs, das gehört für viele Menschen bei uns zu "Allerheiligen", zu "Allerseelen". Die Gräber der Familie, der Freunde, erinnern an das eigene Sterben. Es kommt gewiss. Ungewiss ist nur, wann es kommt. Im Alltag wird der Gedanke an den eigenen Tod meist verdrängt. Zu Allerheiligen hat er seinen Platz.

Wie wird mein Sterben aussehen? Trifft mich der Tod plötzlich? Und wenn ja, trifft er mich unvorbereitet? Früher wurde eigens darum gebetet: "Vor einem plötzlichen, unvorbereiteten Tod bewahre uns, oh Herr!" Und ein wichtiges Anliegen war es, die "Kunst des Sterbens" zu lernen. Man scheute sich nicht, darüber zu sprechen.

Heute sehe ich zwei Gefahren im Umgang mit dem Sterben. Die erste: Der Tod wird verdrängt, weggeschoben. Man verschweigt ihn, will ihn nicht wahrhaben. Viele sterben einsam, unbegleitet, abgestellt in einem Sterbezimmer des Spitals. Die zweite Gefahr: Der Tod soll vom Menschen selber in die Hand genommen werden. Sterben nach Plan. Tod durch den Arzt, der doch versprochen hat, nur zu heilen, nicht zu töten. In Europa nimmt die "Euthanasie" zu, die Tötung auf eigenes Verlangen. Oder wenn die Umgebung findet, das Leben sei nicht mehr lebenswert.

Die Alten sagten: "Wie dein Leben, so dein Sterbetag." Das Leben ist ein Geschenk. Dürfen wir nicht auch das Sterben so sehen? Als Übergang? Als Durchgang aus diesem ins ewige Leben? Mit dieser Sicht lebt es sich besser – und stirbt es sich leichter.

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