Kunstinstallation: Appell an Männer in Seestadt

Die Tiroler Künstlerin Katharina Cibulka hat eine neue Forderung an das Staubschutznetz in der Seestadt Aspern gestickt.

Die Tiroler Künstlerin Katharina Cibulka stickt feministische Forderungen überlebensgroß mit Kabelbinder und Tüll auf Staubschutznetze. Heute wurde folgender Spruch installiert:

"AS LONG AS WOMEN HAVE TO FIGHT FOR THE RIGHTS MEN HAVE ALWAYS HAD, I WILL BE A FEMINIST."

Weitere Forderungen von ihr hängen am ehemaligen Hotel Kummer in Wien oder auch in Rabat, Marokko, auf der weltweit ersten Biennale, die nur Frauen zeigt.

Quelle: Ferdinand Cibulka

"Für die meisten Männer sind sämtliche Errungenschaften immer schon selbstverständlich. Sie genießen allein aufgrund ihres Geschlechts Rechte, für die Frauen seit Jahrzehnten

mühsam kämpfen müssen", erläutert Katharina Cibulka die Kernidee ihres SOLANGE-Satzes, der am Dienstag am Simone-de-Beauvoir-Platz in der Seestadt Aspern installiert wurde.

„Die meisten sind sich dessen nicht einmal bewusst, weil sie ja damit aufwachsen

und alles als gegeben sehen. Wir wollen mit diesen Satz auf die nach wie vor bestehende Schieflage hinweisen, sensibilisieren, Diskussionen anregen, in welchen Bereichen es nach wie vor großen Handlungsbedarf gibt", so die Künstlerin weiter. An welchem Ort könnte dies passender sein als an einem Platz, der nach einer der Ikonen der Frauenbewegung, Simone de Beauvoir, benannt ist. Cibulka gehe es darum,Fragen in den Raum zu stellen:

"Wie viele Männer kämpfen dafür, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren?

Wie viele Männer setzen sich dafür ein, ein gleich niedriges Gehalt zu bekommen wie ihre Kolleginnen?

Wie viele Männer haben nachts Angst belästigt zu werden, wenn sie allein von einem Lokal nach Hause gehen?

Wie viele Männer erfahren sexualisierte Gewalt auf social media?

Wie oft sitzen Männer in der Minderheit in Gremien, Jurien, Aufsichtsräten etc.?

Wie viele Männer sind Alleinerzieher?

Wie viele Männer sind von Altersarmut bedroht?

Wie viele Männer pflegen ihre Angehörigen?"


Cibulka und ihrem Team geht es nicht darum Männer anzuklagen, sondern durch Diskussionen einen Dialog in Gang zu bringen, um

Brücken zwischen diesen sehr unterschiedlichen Erfahrungswelten zu bauen und Verständnis zu generieren. Ziel ist eine win-win-Situation für alle: Frauen sollen

endlich das erreichen, was ihnen immer schon zusteht, und Männer dürfen lernen, Macht und Einfluss zu teilen. Die bestehenden Probleme können nur gemeinsam

gelöst werden.

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