Künstler zieht sich überraschend vor Kindern aus

Bild: YouTube / Screenshot

Aufregung in der Schweiz: Mitten am Nachmittag machte sich ein Künstler bei seiner Performance nackig, rannte vor Kindern über die Bühne, schließlich berührte er sich auch noch am Penis. "Too much", findet die Mutter, ein Kinderpsychologe würde sich eine Warnung wünschen. Was halten Sie von dem Auftritt?

Aufregung in der Schweiz: Mitten am Nachmittag machte sich ein Künstler bei seiner Performance nackig, rannte vor Kindern über die Bühne, schließlich berührte er sich auch noch am Penis. "Too much", findet die Mutter, ein Kinderpsychologe würde sich eine Warnung wünschen. Was halten Sie von dem Auftritt?

Die Mutter einer 15-jährigen Tochter (beide aus Freiburg in der Schweiz) informierte "20min.ch" über die Aufreger-Performance in Yverdon-les-Bains (ebenfalls Schweiz):   

"Kaum waren wir angekommen, haben uns die Mitarbeitenden erklärt, es gebe in wenigen Minuten eine Art-Performance, die wir unbedingt sehen sollten. Um Punkt 17 Uhr begaben ich und meine Tochter uns deshalb in den besagten Raum. Dort waren bereits mehrere weitere Besucher, darunter Familien mit Kleinkindern."

"Es hätte eine Altersbegrenzung geben sollen"

Die Performance des Künstlers Gregory Stauffer sei zunächst relativ unspektakulär verlaufen – so unspektakulär Kunst sein kann. Der Mann habe mehrmals das Outfit gewechselt und sei auf der Bühne hin und her gelaufen. Die Vorstellung trägt den Namen "Walking". Aber dann: "Der Mann war gerade dabei, in Unterhosen auf einem Bein auf der Bühne rumzuhüpfen, als er sich plötzlich ganz auszog." Er sei dann von rechts nach links gerannt, habe an sich runtergeschaut. "Wir konnten uns nicht mehr zusammenreissen und mussten laut loslachen."

Andere Besucher hätten das Spektakel weniger lustig gefunden, es habe eine komische Atmosphäre geherrscht: "Eine Mutter hat mit ihren kleinen Kindern den Raum verlassen. Als sich der Mann später auch noch den Penis berührte, war auch ich peinlich berührt. Das finde ich schon too much, vor allem mitten am Nachmittag." Um ihre Teenager-Tochter macht sich die Mutter nun aber keine Sorgen: "Dramatisch fand ich es nicht. Aber ich hätte mir gewünscht, dass die Besucher vor der Show gewarnt worden wären. Oder dass es eine Altersbegrenzung gegeben hätte."

"Dass er sich berührt, ist problematischer"

Kinder- und Jugendpsychologe Allan Guggenbühl: "Erwachsene sind heute häufig prüder, als die Auswirkungen solcher Eindrücke auf ihre Kinder schlimm sind. Ein Kleinkind wird es wohl einfach komisch finden, dass der Mann nackt auf der Bühne steht. Es wird sich aber dabei nichts Böses denken."

Dass sich der Mann aber auch berührt habe, sei doch etwas problematischer: "Nacktheit und eine solche Handlung sind zwei verschiedene Sachen. Idealerweise hätten die Besucher vor der Performance über die Szenen informiert werden sollen", wünscht sich auch Guggenbühl.

"Ich sehe das Problem nicht"

Karine Tissot, Direktorin des Zentrums für Moderne Kunst, bestätigt: "Bei der Show gibt es keine Altersbegrenzung." Sie sagt: "Und vor solchen Szenen zu warnen, ist doch Nonsens. Hätten wir das getan, wären vielleicht gewisse Leute extra dafür gekommen, und das wollten wir nicht."

Man sollte Nacktheit nicht "diabolisieren", so Tissot. "Das Ganze ist weder pornografisch noch anziehend. Man darf eine Art-Performance nicht mit einem Porno verwechseln." Das Video von der Performance wurde auf Youtube inzwischen wegen "pornografischer Inhalte" gesperrt.
 

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