Kameruns Handballerinnen sind zurzeit so stark wie nie zuvor. Beim derzeit laufenden Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen zogen die Zentralafrikanerinnen erstmals in die Hauptrunde einer Frauen-WM ein. Speziell dabei: Der WM-Kader von Kamerun besteht bloß aus 14 Spielerinnen, und dies aus kuriosem Grund.
Wie das Portal "Gohandball.com" schreibt, seien nämlich die beiden kamerunischen Handballerinnen Bénédicte Manga Ambassa und Marianne Batamag spurlos verschwunden. Bei der WM-Vorbereitung im November in Frankreich seien die beiden noch beim kamerunischen Team dabei gewesen, ehe sie sich noch vor Beginn der WM ohne Vorwarnung abgesetzt hätten.
Wie der kamerunische Handballverband erklärt, seien auch die persönlichen Habseligkeiten von Ambassa und Batamag verschwunden. "Das bedeutet zumindest, dass sie nicht entführt wurden, sondern auf eigene Faust gegangen sind", meinte der kamerunische Sportjournalist Leocadia Bongben im Podcast (Un)informed Handball Hour.
Bongben vermutet, dass die sozialen Ungleichheiten in Kamerun ein möglicher Grund für die Flucht der Handballerinnen sei. "Wenn man es aus der Perspektive einer Frau betrachtet, sieht man, dass es immer noch diese Ungleichheit bei der Bezahlung gibt", sagte er. Gleichzeitig forderte der Journalist, dass die Regierung den Sportlerinnen eine bessere soziale Absicherung bieten sollte, um solche Aktionen zu verhindern.
Das Ganze ist kein Novum. Schon bei der WM 2021 in Spanien kursierten Berichte, wonach vier kamerunische Spielerinnen verschwunden seien. Clarisse Madjoufang, Michèle Ekobena, Jasmine Yotchoum und Amélie Mvoua verschwanden damals kurz nach der Vorrunde. Gisèle Nkolo verließ das Team kurz danach. Kamerun absolvierte 2021 die letzten drei Spiele der WM mit bloß elf verbleibenden Spielerinnen. Auch damals wurde eine Entführung ausgeschlossen und vermutet, dass die Handballerinnen untergetaucht seien, um in Europa Asyl zu beantragen.