War verunreinigtes Rindfleisch am positiven Doping-Befund schuld? Das ist zumindest die Überzeugung des Schweizer Sprinters Wilson, der aufgrund des Doping-Verdachts eine provisorische Sperre kassiert hat.
Gemäß Wilson sei das Steroid Trenbolon "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit" über den Verzehr von kontaminierten Fleisch in den USA in den Körper gelangt.
Zumindest den Schweizer Leichtathletikverband konnte Wilson überzeugen, sagt Peter Bohnenblust, Geschäftsführer von Swiss Athletics, in einem Interview mit 20 Minuten.
Mit der Begründung, kontaminiertes Fleisch habe zum positiven Dopingtest geführt, ist Wilson nicht allein: Erst im August 2018 wurde der amerikanische Weitspringer Jarrion Lawson für vier Jahre gesperrt, nachdem in einem Urintest Spuren von Trenbolon entdeckt wurden. 19 Monate später wurde er jedoch vom internationalen Sportsgerichtshof freigesprochen, da er nachweisen konnte, dass er kurz vor dem Test in einem japanischen Steakhouse zu Mittag aß.
Grundsätzlich gelte die Unschuldsvermutung, sagt der Sportarzt Walter Frey. "Umgekehrt muss man sagen, dass es eine sehr bekannte Ausrede ist, wenn Trenbolon aufgedeckt wird." Für den Sportgerichtshof sei die Argumentation auch nicht neu, trotzdem habe er sich zur Wiedereinsetzung der Sperre ausgesprochen. "Es wird wohl also Gründe geben, dass man ihn trotzdem gesperrt hat", sagt Frey.
Die Doping-Fahnder hätten jedoch die Möglichkeit herauszufinden, ob das im Test gefundene Trenbolon zuerst dem Rind zugefügt worden ist oder man sich den Stoff illegal direkt zugeführt hat, so Frey. "Diese Ermittlungen laufen jetzt."