Im hessischen Kassel sorgte jüngst ein Elternpaar für Aufsehen, das sein Kind Lucifer nennen wollte – "heute.at" berichtete. Ein geistesgegenwärtiger Beamter weigerte sich, den Namen auf die Geburtsurkunde zu schreiben und bat das Amtsgericht um Klärung. Die Eltern hatten ein Einsehen – und benannten ihren Sohn schließlich nicht nach dem Teufel, sondern gaben ihm dem Namen Lucian.
So einsichtig sind in Deutschland nicht alle Eltern. Wie die "Welt" berichtet, wurden dort schon Namen erlaubt, die dem Kind in Zukunft das Leben schwer machen dürften. Vornamen wie Gandalf, Novalis, Arizona, Kastanie oder Magenta wurden auf dem Standesämtern schon durchgewinkt. Im Jahr 2016 gaben einige Eltern ihren Kindern Namen wie Schnuckelpupine, Prinz-Gold oder Anakin. Auch Neymar, Buckminster, Godsgift und Sequoia wurden 2016 auf deutschen Geburtsurkunden erfasst.
Dracula und Zecke sind verboten
Eltern, die ihre Kinder Zecke, Dracula, Borussia oder Vespa nennen wollten, mussten sich hingegen eine Alternative überlegen. Auch Husqvarna, Holunda, Ulme, Uwelia, Pims, Univers, Westend und Schröder wurden abgelehnt.
Warum ist Schnuckelpupine akzeptabel, Uwelia dagegen nicht? Das liegt laut "Welt" daran, dass es im eigenen Ermessen des Standesbeamten liegt, ob der Name das Kindeswohl gefährde oder nicht. Vermutet er eine Gefährdung, kann er den Fall von einem Amtsgericht klären lassen.
Laut der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gibt es in Deutschland kein Verbot für Namen. Es gebe Richtlinien, aber keine Gesetze, sagt Frauke Rüdebusch von der GfdS. Der Name dürfe dem Kind nicht schaden. (mlr)