Politik

Kurz stellt klar: "Wir müssen mit dem Virus leben"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat in einem ARD-Interview die Lockerungen in Österreich verteidigt.
André Wilding
09.03.2021, 08:13

Bundeskanzler Sebastian Kurz stellte in seinem Gespräch in der Sendung "ARD extra" klar, dass die Corona-Zahlen in Österreich aufgrund einer umfangreichen Teststrategie nach den Lockerungsschritten "kontrolliert" gestiegen seien. "Wir haben uns nach einem sechswöchigen Lockdown dazu entschieden, sehr behutsam zu öffnen. Mit dem Bewusstsein natürlich, dass mit jeder Öffnung die Ansteckungszahlen wieder etwas steigen werden und genau das ist eingetreten", so der VP-Chef zur ARD.

Die Entwicklung der Zahlen sei "erwartbar" gewesen. "Und wir haben auch ganz bewusst versucht, die Öffnungsschritte mit einer intensiven Teststrategie zu verbinden. Wir testen jede Woche 2,5 Millionen Menschen, das ist ein Viertel unserer Bevölkerung", erklärt Kurz weiter. Die Tests seien auch dafür mitverantwortlich, dass "trotz der Mutationen das Infektionsgeschehen angestiegen, aber nicht explodiert ist."

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Kurz stellte auch unmissverständlich klar, dass es keine "absolute und keine Schein-Sicherheit" gebe. Die Tests seien auch kein "Allheilmittel". Sie seien aber ein "wesentlicher Bestandteil", wenn man wieder mehr Freiheit erleben möchte. Neben Österreich würden auch viele andere Länder, darunter etwa auch Deutschland, auf intensives Testen setzen. "Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht", so Österreichs Kanzler in "ARD extra".

"Können Pandemie nicht wegzaubern"

Im Interview äußerte sich der VP-Chef dabei auch zu den "Wohnzimmertests", mit denen sich die Bevölkerung auch zu Hause testen könne. Seit März sind diese Tests in den Apotheken verfügbar und können dort abgeholt werden. "In der Entscheidung, alles geschlossen zu halten, alles aufsperren oder vorsichtig aufsperren mit Tests, ist aus meiner Sicht dieser dritte Weg der sinnvollste", erklärte Kurz.

Und weiter: "Die Pandemie können wir alle nicht wegzaubern, wir müssen mit dem Virus leben." Ein Dauerlockdown sei jedenfalls keine Alternative. "Wenn man im Dauerlockdown ist, dann hat man zwar niedrige Zahlen, aber einen maximalen wirtschaftlichen Schaden. Und für die Menschen wir es immer schwerer zu ertragen, die persönliche Belastung und auch die psychischen Auswirkungen für die Menschen werden immer dramatischer."

Die Corona-Pandemie sei laut Bundeskanzler Kurz ein "Abwiegen". Ein Abwiegen, "wie man die Gesundheit der Menschen, aber auch ein Maximum an Freiheit und wirtschafts- und bildungspolitische Fragen miteinander in Einklang bringen kann."