Kurz verkündet am Tag vor Weihnachten Corona-News

Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober.
Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober.picturedesk.com
Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober äußerten sich am Mittwoch über den Corona-Impfstart in Österreich. 

In vier Tagen ist es soweit! Am 27. Dezember (Sonntag) starten in Österreich die Corona-Impfungen. Die ersten Spritzen werden dabei in Alten- und Pflegeheimen verabreicht. Aus logistischen Gründen beginnen die Impfungen in Wien und Niederösterreich, wenig später werden dann auch die anderen Bundesländer nachziehen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) treten am Mittwochvormittag vor die Presse und sprechen über den bevorstehenden "Start der Covid-19-Impfung" in Österreich.

"Erste Impfungen starten am 27. Dezember um 9.00 Uhr"

"Wir leben in einer sehr herausfordernden Phase und es liegen noch herausfordernde Monate vor uns", so Bundeskanzler Kurz. "Die Impfung wird aber der Game-Changer werden." Die Entwicklung des Impfstoffes habe dabei schneller stattgefunden, "als zu erwarten war". Kurz spricht seinen Dank an die Forscher und Pharma-Unternehmen aus.

"Die erste Impfung wird am 27. Dezember um 9.00 Uhr stattfinden", erklärt der Kanzler weiter. Durchgeführt werden diese von Ursula Wiedermann-Schmid, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Vakzinologie und Ärztliche Leiterin der Spezialambulanz für Impfungen, Reise- und Tropenmedizin, Medizinische Universität Wien. Die Impfungen werden an der MedUni Wien durchgeführt.

Die Verteilung der ersten Impfstoffe erfolgt im Laufe des Tages durch das Bundesheer über das gesamte Bundesgebiet und steht dann den Ländern zur Verfügung. "Wenn die ersten Impfdosen am 26. Dezember nach Österreich geliefert werden, dann findet auch die Verteilung an die Bundesländer statt".

"Wir starten bei den Menschen, die die Impfung am dringendsten Brauchen, bei Menschen ab 80 Jahren", so Kurz. "Ältere Menschen sind besonders gefährdet." "Wir werden uns alle mit der Impfung schützen können und wir freuen uns alle schon sehr auf den 27. Dezember. Nach einem schwierigen Jahr ist das wirklich ein Grund zur Freude".

"Wir müssen die Chance nutzen"

"Ein sehr herausforderndes Jahr geht zu Ende", stimmt auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober. "Jetzt haben wir die Chance, eine Wende zu schaffen". Niemand habe geglaubt, dass die Impfung gegen Corona so schnell starten können. "Wir müssen diese Chance nun nutzen".

Am gestrigen Dienstag wurde eine erste Generalprobe für die Logistik durchgeführt. "Das hat alles sehr gut funktioniert", stellt Anschober klar. Beim Ministerrat gehe es am heutigen Mittwoch unter anderem auch um die Finanzierung des Impfstoffes.

"Wir wollen in den nächsten Wochen auch den elektronischen Impfpass ausrollen", erklärt der Gesundheitsminister. "Das ist ein großer Schritt und ich bin froh, dass wir schnell Beschlüsse in der Regierung herbeiführen." "Ich finde es ein schönes europäisches Zeichen, die Verhandlungen für den Impfstoff gemeinsam durchgeführt zu haben. Niemand wird bevorzugt."

Laut Anschober werde es ab Ende Dezember/ Anfang Jänner eine erste größere Auslieferung des Impfstoffs geben. "Wir gehen davon aus, dass Mitte Jänner in Alten- und Pflegeheimen geimpft wird. Gegen Ende Jänner soll dann die zweite Impfung durchgeführt werden." Am 6. Jänner hofft Anschober auf die Zulassung von Moderna.

"Ich bin sehr beeindruckt, was die Wissenschaft leisten kann. Es sind große Tage für die Wissenschaft und die zeigen, wie wichtig es ist, die Forschungstätigkeiten zu finanzieren".

"Herr über Pandemie werden"

Nun ist Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmid am Wort, sie wird am Sonntag die ersten Impfungen durchführen. "Wir sind extrem froh, dass wir schon in diesem Jahr einen Impfstoff gegen Corona bekommen. Es gibt uns eine Chance, dass wir dieser Epidemie endlich Herr werden." "Je mehr Leute sich impfen lassen, desto leichter wird es sein, die Zirkulation des Virus einzudämmen". "Ich bin äußerst glücklich und stehe dem Start der Impfung sehr positiv gegenüber."

Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer in der Spezialambulanz für Impfungen an der Medizinischen Universität Wien: "Die einzige Möglichkeit, um Menschen vor schweren Vorläufen zu schützen, ist eine Schutzimpfung." "Ich freue mich, dass ein Österreich wesentlich dazu beigetragen hat, die Impfung zu entwickeln". "Die Impfung ist der Weg aus der Pandemie".

Eine Frage des Zeitpunkts

"Es geht nicht um die exakte Zahl der Lieferung, sondern es geht um die Frage, wie schnell es die Unternehmen schaffen, die Produktion des Stoffes hochzufahren", so Kurz. "Eine genaue Prognose, wann wir viele Impfdosen zur Verfügung haben, ist schwer zu beantworten. Unsere Kapazitäten werden in den ersten Monaten aber sehr beschränkt sein". Ab April dürfte es deutlich besser werden.

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