Kurz will einheitliche Koran-Übersetzung

ÖVP-Integrationsminister Sebastian Kurz will im Islamgesetz auch eine einheitliche deutsche Koran-Übersetzung für Österreich verankern. Damit sollen unterschiedliche Interpretationen vermieden werden. "Offizielle Stelle" dafür soll die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich sein.

ÖVP-Integrationsminister Sebastian Kurz will im Islamgesetz auch eine einheitliche deutsche Koran-Übersetzung für Österreich verankern. Damit sollen unterschiedliche Interpretationen vermieden werden. "Offizielle Stelle" dafür soll die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich sein.

"Wir werden da mit Nachdruck dahinter sein", so Kurz gegenüber Ö1. Er will die entsprechende Bestimmung in der baldigen verankert sehen. "Es gibt unzählige Übersetzungen, unzählige Interpretationen" des Koran. Doch zum einen habe "es sich die Mehrheitsbevölkerung verdient zu wissen, was der Glaubensinhalt ist", andererseits sei es auch im Interesse der Glaubensgemeinschaft, dass nicht "viele Worte falsch interpretiert und wiedergegeben werden". Auch sie leide unter "teilweisen Fehlinterpretationen" des Koran, die Extremismus fördern könnten.

Die IGGiÖ sei für die Regierung der "wichtigste Partner" in der Bekämpfung von islamistischen Entwicklungen, betonte Kurz weiters - auch wenn er verstehe, dass sie "die Erwartungen nicht zu hoch legen möchte". Zuletzt hatte der Vorsitzende der Glaubensgemeinschaft, Fuat Sanac, deren in Österreich als begrenzt geschildert.

"Kaum möglich"

Die IGGiÖ räumt zwar ein, dass es ein "gemeinsames Interesse" gegen den Missbrauch religiöser Texte und Begriffe gebe. Laut ihrer Sprecherin Carla Amina Baghajati ist es aber kaum möglich, die eine "richtige" Koran-Übersetzung zu finden. Es handle sich aber um ein "sehr komplexes Thema", nicht zuletzt aus linguistischen Gründen: Im Arabischen hätten Wörter oft ein viel größeres "Bedeutungsspektrum", eine allgemeingültige Übersetzung sei kaum zu finden.

Wichtig sei, sowohl die Exegese, also die Auslegung der Schriften, als auch den Kontext miteinzubeziehen. Mit der Bibel verhalte es sich ähnlich - seit Jahrhunderten werden theologische wie linguistische Diskussionen über deren Texte geführt. Trotzdem will die Glaubensgemeinschaft darüber sprechen, "dass man Extremismus auch dadurch verhindert, dass man dem Missbrauch von islamischen Wörtern, von religiösen Grundsätzen, entgegentritt".

Grüne finden Koran-Idee "skurril"

Die Grüne werfen der Regierung vor, Radikalisierungstendenzen hilflos gegenüber zu stehen. Das Ansinnen von Integrationsminister Kurz, eine einheitliche Koran-Übersetzung vorzuschreiben, bezeichnete die Grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korun als "skurril". Sie findet es "grenzenlos naiv", anzunehmen, "dass Hetzer zuerst in einem Gesetz nachschauen, bevor sie ihre menschenverachtende Propaganda starten".

FPÖ plädiert für "Null Toleranz"

Für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache geht der Vorschlag zu wenig weit. Er forderte "Null Toleranz gegenüber radikal-islamischen Strömungen und Einrichtungen in Österreich".

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