Kürzel am Boardingpass beschert Extra-Kontrollen

Wer bei Flugreisen in die USA dieses Kürzel auf seinem Boardingpass entdeckt, der darf sich auf einen Extra-Sicherheitscheck einstellen.

Die Vereinigten Staaten sind ein faszinierendes Land und immer eine Reise wert – sobald man die Qual der Einreise hinter sich gebracht hat: Ewig lange Schlangen, langsame Beamte und oft nervige Fragen, denen man sich stellen muss.

Wenn man auf seinem Boardingpass auch noch das Kürzel SSSS entdeckt, dann darf man sich auf eine noch längere und mühsamere Prozedur einstellen: Es steht nämlich für "Secondary Security Screening Selection", also frei übersetzt einen zweiten Sicherheitscheck, der dann noch gründlicher ausfällt als der erste, den jeder über sich ergehen lassen muss.

Beamte sehen sich den Fluggast und sein Gepäck nochmals genauer an, alle Koffer und Taschen werden auf Sprengstoff und andere gefährliche Gegenstände durchsucht. Unter Umständen muss man seine Identität mit zusätzlichen Informationen bestätigen und seine detaillierten Reisepläne bekannt geben.

Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen auf der SSSS-Liste der Transportsicherheitsbehörde (TSA) stehen und nach welchen Kriterien man dort überhaupt eingetragen wird. Die Liste ist geheim – wer allerdings nicht online einchecken kann, der ist wahrscheinlich darauf.

Kriterien unbekannt

Offiziell erklärte die TSA, dass man auch durch einen Zufallsgenerator auf diese Liste gelange und dann kontrolliert wird. Allerdings dürfte dies nur die halbe Wahrheit sein, denn die exakten Kriterien werden geheim gehalten. Anonyme Mitarbeiter haben gegenüber US-Medien erklärt, dass es auch andere Gründe gibt, auf die SSSS-Liste zu kommen. Etwa, wenn man sein Flugticket in bar bezahlt oder öfters nur einen Hin- aber keinen Rückflug bucht.

Reisende berichten auch, dass sie nach der Rückkehr aus bestimmten Ländern – meist im Nahen Osten – zur zusätzlichen Sicherheitskontrolle müssen.

Es ist übrigens zumindest theoretisch möglich, darum anzusuchen, sich von der SSSS-Liste streichen zu lassen, und zwar beim "Traveller Redress Inquiry Program" des Heimatschutzministeriums.

(jm)

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