Novak Djokovic triumphierte am Sonntag im Finale von Wimbledon, gewann sein 21. Grand Slam. Von seinen bisherigen Triumphen ist es der Superstar wohl kaum gewohnt, fast schon zum unscheinbaren Nebendarsteller zu verkommen. Die Kameras richteten sich auf den Kontrahenten aus Australien.
Nick Kyrgios stand zum ersten Mal auf der ganz großen Bühne in einem Endspiel. Und er machte seinem streitbaren Ruf alle Ehre.
Nach dem bärenstarken Beginn und dem Sieg im ersten Satz verwickelte sich der 27-Jährige nach und nach in immer mehr Auseinandersetzungen mit dem Schiedsrichter. Kyrgios schimpfte über Zwischenrufe aus dem Publikum, vermeintliche Fehlentscheidungen. Mit sich selbst und seiner Box schimpfte er wegen Fehlschlägen, verzettelte sich. Djokovic nützte das aus, übernahm die Kontrolle, siegte in drei Stunden und vier Sätzen.
Und Kyrgios? Der fand zwar faire Worte über seinen Gegner, gratulierte ihm und nannte ihn sogar einen "Gott". Aber: Er stand mit einem roten Kapperl auf dem Court.
Damit lieferte er nach zwei Wochen auf dem "heiligen Rasen" von Wimbledon eine weitere Provokation. In London wird traditionell nur weiße Kleidung getragen. Kyrgios brach mit dieser Tradition, setzte auf die Signalfarbe rot. Bei vielen Tennis-Fans kam das nicht gut an.