Eltern in einer Wohnsiedlung in Pinchbeck, Lincolnshire, wurden von der Wohnbaugesellschaft Amplius abgemahnt, weil sie ihre Kinder lautstark zum Abendessen oder Schlafengehen riefen. Grund dafür sind Beschwerden über angeblich zu viel Lärm im gemeinschaftlichen Grünbereich.
In einem Brief an die Bewohner wurde gewarnt, dass bei anhaltender Lärmbelästigung künftig sogar Lärmmessungen durchgeführt werden könnten. Die Wohnbaugesellschaft betonte, sie nehme Beschwerden über Lärm sehr ernst und wolle für ein friedliches Miteinander sorgen, wie "Daily Mirror" berichtet.
Viele Bewohner reagieren mit Unverständnis: Sie halten es für übertrieben, Eltern wegen des Rufens nach ihren Kindern zu verwarnen. Die Großmutter Susan Coleman meinte: "Die Kinder spielen draußen, was heutzutage selten ist. Eltern haben schon immer ihre Kinder zum Essen gerufen – warum ist das jetzt ein Problem?"
Auch andere Anrainer betonen, dass das Rufen nach Kindern zum Alltag gehöre und die Lautstärke im Rahmen bleibe. Mutter Natasha Saggs erklärte: "Wir bekommen Beschwerden, wenn die Kinder zu viel vor Bildschirmen sitzen. Dabei ist das Rufen zum Abendessen eine ganz alltägliche Sache."
Die Wohnbaugesellschaft Amplius verwies darauf, dass Beschwerden über Lärm im Rahmen ihrer Richtlinien für "antisoziales Verhalten" behandelt werden. Sie bot den Beschwerdeführern eine App an, um Lärmbeweise zu sammeln. Entscheidungen im Fall stehen noch aus, alle Beteiligten sollen weiter informiert werden.