In einem im TV übertragenen Gespräch mit seinem Verteidigungsminister ordnete Kreml-Chef Wladimir Putin an, das Werk komplett abzuriegeln: "So, dass keine Fliege mehr durchkommt." Zuvor hatte Russland die Einnahme der südukrainischen Stadt Mariupol, wo das Stahlwerk liegt, als Erfolg verkündet. Das nennt der Kreml auch als Grund, warum Asow nicht gestürmt werde: Man müsse an "das Leben und die Gesundheit unserer Soldaten und Offiziere denken. Es gibt keinen Grund, in diese Katakomben zu steigen und unterirdisch durch diese Industrieanlagen zu kriechen."
In genau diesen Katakomben haben sich nicht nur etwa 500 Soldaten verschanzt, sondern auch 1.000 Zivilisten vor den russischen Bomben Zuflucht gesucht. Putin sagte den ukrainischen Soldaten zu, dass sie, wenn sie sich ergeben, am Leben bleiben und mit Respekt behandelt würden. Bisher hat die Ukraine dieses Angebot stets abgelehnt.