Lambda-Variante zeigt sich resistent gegen Impfstoffe

Eine weitere Variante des SARS-CoV-2-Virus: Lambda.
Eine weitere Variante des SARS-CoV-2-Virus: Lambda.Getty Images/iStockphoto
Forscher aus Japan weisen der Corona-Lambda-Variante eine mögliche Impfstoffresistenz nach. Die WHO soll den Typus als besorgniserregend einstufen.

Laut einer neuen Studie japanischer Forscher ist die Corona-Variante "Lambda" möglicherweise gegen Antikörper resistent. Zudem könnte dieser Virus-Typ, der vor allem in Lateinamerika auftritt und noch viel ansteckender sein als der Urtyp von Sars-CoV-2.

Hier lesen: Lambda-Variante in Österreich aufgetaucht

Eine Studie der US-Forschungsinstitution Cold Spring Harbor Laboratory von Anfang Juli 2021 legt nahe, dass die derzeit verwendeten Impfstoffe auch gegen diese Corona-Variante wirksam sind. Nach jetzigem Kenntnisstand weist die Lambda-Variante sechs neue Mutationen im Spike-Protein auf, die auch den Aufbau des Proteins verändern und von denen zwei direkt in der Bindungsstelle für den Zellrezeptor liegen.

Hier lesen: WHO tief besorgt über die Lambda-Ausbreitung

Ansteckender und resistenter gegen Impfung

Das Forscherteam untersuchte unter anderem das Spike-Protein der Lambda-Variante. In diesem Protein fanden die Wissenschaftler drei Mutationen, die möglicherweise dazu führen, dass das Virus weniger gut von Antikörpern neutralisiert werden kann. Zwei weitere Mutationen könnten dafür verantwortlich sein, dass Menschen sich leichter mit Lambda – auch C.37 genannt – anstecken. Anders gesagt: Der Virus-Typ ist ansteckender und Impfungen schützen schlechter vor einer Infektion.

Die Lambda-Variante wurde erstmals im August 2020 in Peru identifiziert. In dem Land wurden seit April 81 Prozent aller analysierten Corona-Fälle Lambda zugeordnet. In Argentinien und Chile waren es in den vergangenen Monaten rund ein Drittel. Auch in Ecuador kommt sie mittlerweile gehäuft vor.

Soll Lambda als "besorgniserregende Variante" eingestuft werden?

Die Variante steht seit Juni unter besonderer Beobachtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Corona-Varianten werden von der WHO in zwei Kategorien eingeteilt: Varianten unter Beobachtung ("variants of interest"), die zu gehäuften Fällen führen oder in mehreren Ländern auftreten. Dazu gehört Lambda. Eine Stufe höher stehen die besorgniserregenden Varianten ("variants of concern"). Sie sind nachweislich ansteckender, schwerer bekämpfbar oder führen zu schwereren Erkrankungen. Darunter fällt etwa die Delta-Variante, wegen der die geplante Corona-Öffnung in Großbritannien verschoben wurde.

Das japanische Forscherteam ruft nun dazu auf, Lambda als "variant of concern" zu listen, als besorgniserregende Mutante, wie Spiegel Online berichtet. Lambda erfülle die Kennzeichen für diese Einstufung. Der leitende Forscher der Studie, Kei Sato von der Universität Tokio, ist besorgt, denn Lambda könne "eine potenzielle Bedrohung für die menschliche Gesellschaft" darstellen.

Studie aus den USA widerspricht

Eine Studie der US-Forschungsinstitution Cold Spring Harbor Laboratory von Anfang Juli 2021 legt nahe, dass die derzeit verwendeten Impfstoffe auch gegen diese Corona-Variante wirksam sind. Nach jetzigem Kenntnisstand weist die Lambda-Variante sechs neue Mutationen im Spike-Protein auf, die auch den Aufbau des Proteins verändern und von denen zwei direkt in der Bindungsstelle für den Zellrezeptor liegen.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account sp, 20 Minuten Time| Akt:
GesundheitCoronavirusCorona-MutationCorona-Impfung20 Minuten

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen