Bei einem neuen Flüchtlingsunglück 100 Seemeilen südlich der Insel Lampedusa sind am Montag nach vorläufigen Angaben 14 Migranten ums Leben gekommen, hunderte Menschen werden vermisst. Das Boot war auf dem Weg von Nordafrika in Richtung Europa, als sich das Unglück ereignete. Rund 240 Menschen konnten zunächst in Sicherheit gebracht werden. Jetzt droht Italien der EU.
sind am Montag nach vorläufigen Angaben 14 Migranten ums Leben gekommen, hunderte Menschen werden vermisst. Das Boot war auf dem Weg von Nordafrika in Richtung Europa, als sich das Unglück ereignete. Rund 240 Menschen konnten zunächst in Sicherheit gebracht werden. Jetzt droht Italien der EU.
400 Menschen befanden sich insgesamt an Bord. Über die Herkunft der Migranten wurde zunächst nichts bekannt. Zahlreiche Boote und Hubschrauber waren am Unglücksort im Einsatz. "Es war die Hölle", berichtete ein Retter. Mehrere Schiffe der italienischen Marine und der Küstenwache waren im Einsatz, um Hilfe zu leisten.
Italien ruft Europa um Hilfe und droht
Rom droht jetzt mit Konsequenzen, sollte die EU Italien nicht aktiver bei der Bekämpfung der illegalen Migration unterstützen. Italien könne nicht allein die ganze Last für den Schutz der Mittelmeer-Grenze tragen, warnte Italiens Innenminister Angelino Alfano am Dienstag.
Die italienische Außenministerin Federica Mogherini erklärte sich über die neue Flüchtlingstragödie erschüttert und appellierte an die EU, Italien bei der Bewältigung des Migrantennotstands aktiv zu unterstützen. Italien werde im Rahmen des Semesters seiner EU-Präsidentschaft das Thema der Migration in den Vordergrund stellen. Italien könne nicht allein die Last des Flüchtlingsnotstands tragen, kommentierte die Außenministerin. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström zeigte sich "tief schockiert" von der erneuten Katastrophe vor der Haustür der Europäischen Union.
Rücktritt des Innenministers gefordert
Italiens Justizminister Andrea Orlando reichte der UNO in Wien eine Resolution zur Bekämpfung der Schlepperorganisationen ein. Er klagte über ein "Kooperationsdefizit" auf europäischer Ebene bei der Bekämpfung des Menschenhandels. Italiens Linkspartei SEL forderte den Rücktritt von Innenminister Angelino Alfano und meinte, die illegale Einwanderung könne nicht ausschließlich mit repressiven Maßnahmen bekämpft werden. Dieses Vorgehen verstärke nur die Macht der Schlepper.
In den vergangenen Tagen waren erneut Tausende Migranten an den Küsten Italiens angekommen. Sie nutzten das gute Wetter für die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer. Allein in der vergangenen Woche waren es laut Marine mehr als 4.300 Menschen. Italien hat seit den beiden Schiffsunglücken mit mehr als 360 toten Flüchtlingen vor Lampedusa im vergangenen Oktober mit der Aktion "Mare Nostrum" die Überwachung des Mittelmeers verschärft.