Immer weniger Spitalsbetten in Niederösterreich

Weniger Spitalsbetten seit 2007.
Weniger Spitalsbetten seit 2007.iStock (Symbol)
Die Neos üben Kritik: Seit 2007 baut das Land NÖ Spitalsbetten ab, das ersparte Geld solle in den Ausbau wohnnaher Gesundheitsversorgung fließen.

Das Land Niederösterreich baut konstant Spitalsbetten ab – von 8.367 im Jahr 2007 auf nunmehr 7.502 Betten 2019 (minus 865 Betten). Das geht aus einer Anfragebeantwortung hervor, auf die Neos-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann aufmerksam macht.

„Der zuständige Landesrat Pernkopf wirft uns Neos und Gesundheitsökonomen zwar gerne vor, mit der Forderung nach einer Reduktion von Spitalsbetten und dem gleichzeitigen Ausbau der wohnortnahen Versorgung falsch zu liegen. Tatsächlich aber kennt er seine eigenen Kennzahlen nicht, denn das Land macht seit Jahren nichts anderes, als den Bettenabbau energisch voranzutreiben. In den Kliniken in Pernkopfs Heimat Mostviertel hat es mit 617 Betten bzw. 18 Prozent sogar den mit Abstand größten Rückgang an Spitalsbetten gegeben“, so Kollermann.

Statistik Krankenhausbetten
Statistik KrankenhausbettenScreenshot
Statistik Krankenhausaufenthalte
Statistik KrankenhausaufenthalteScreenshot

Zwar sei am Spitalsbettenabbau in diesem Ausmaß nichts auszusetzen, solange die zur Bekämpfung der Pandemie notwendigen 400 Intensivbetten erhalten bleiben. Allerdings müsse gleichzeitig sichergestellt werden, dass die ÖGK mit dem eingesparten Geld beim Aufbau des niedergelassenen Bereichs, der unter massivem Kassenärztemangel leidet, unterstützt werde.

"Sehr viel Steuergeld in ungenutzte Betten"

„Wir haben in Niederösterreich die groteske Situation, dass das Land sehr viel Steuergeld in ungenutzte Betten pumpt, während die so wichtige Landarztversorgung immer weiter ausgedünnt wird. Dabei gibt der konstante Rückgang bei den Krankenhausaufenthalten die Richtung vor. Das eingesparte Geld muss in die für Patientinnen und Patienten wichtige wohnortnahe Gesundheitsversorgung fließen. Denn der niedergelassene Bereich entlastet nicht nur unsere Notfallambulanzen. Er sorgt auch dafür, dass die Gesundheitsversorgung für die ältere Bevölkerung durch kürzere Wege besser wird“, wie Kollermann betont.

Pernkopf kontert Angriffe

Landesvize Stephan Pernkopf (VP) kontert die Angriffe scharf: „Vor wenigen Monaten hat die pinke Partei noch die Schließung ganzer Spitäler gefordert. Heute kritisieren sie den medizinischen Fortschritt, dass nämlich tagesklinische Angebote laufend ausgebaut werden und dafür logischerweise weniger Betten in den Zimmern notwendig werden. Nur ein Beispiel: Wer heute zu einer Katarakt-Operation ins Spital kommt, geht noch am gleichen Tag wieder heim, während er früher tagelang in einem Spitalszimmer liegen musste. Fakt ist daher, dass die medizinischen Leistungen, die behandelten Patientinnen und Patienten und auch das medizinische Personal seit Jahren steigen. Und Fakt ist auch, dass wir weiter daran festhalten werden, dass wir auch unsere Spitäler in den Regionen erhalten und nicht schließen werden. Gerade die aktuelle Corona-Krise zeigt uns einmal mehr, wie wichtig die Versorgung in allen Landesteilen und Regionen ist!“

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