Die niederösterreichische Landesregierung hat in ihrer Sitzung am Dienstag den Kauf der Ötscherlifte in Lackenhof und der Hochkar Bergbahnen (Bezirk Scheibbs) beschlossen. Auf Basis eines Verkehrswertgutachtens wurde der Preis für die Anteile der Schröcksnadel-Gruppe am Hochkar laut einer Aussendung mit sechs Mio. Euro festgelegt. Der 60-Prozent-Anteil des Unternehmens an den Ötscherliften geht zum symbolischen Kaufpreis von 50 Euro in das Eigentum des Landes über.
Ursprünglich sollten die Ötscherlifte laut Ankündigung von Ende November wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit geschlossen werden. SPÖ und FPÖ setzten sich daraufhin für einen Fortbetrieb ein und beantragten einen Sonderlandtag für 9. Dezember. Eine Petition der Marktgemeinde Gaming zur Weiterführung des Skigebiets erhielt 19.388 Unterstützungsunterschriften. Am 3. Dezember wurde nach Verhandlungen die Komplettübernahme durch das Land verkündet.
Das Alleineigentum des Landes Niederösterreich an den Liftgesellschaften am Hochkar und in Lackenhof am Ötscher werde rückwirkend mit 3. Dezember rechtswirksam, wurde in einer Aussendung erläutert. An diesem Tag hatten die Schröcksnadel-Gruppe und ecoplus Alpin, eine Gesellschaft im Alleineigentum des Landes, die Kaufverträge für die Hochkar Bergbahnen und die Ötscherlifte "vorbehaltlich der Zustimmung der jeweils bei den Gesellschaftern zuständigen Gremien" beschlossen. Die Aufsichtsräte der Schröcksnadel-Gruppe und der ecoplus stimmten danach einstimmig der Übernahme zu. Die Ötscherlift-Gesellschaft m.b.H. wird nun in die Hochkar Bergbahnen GmbH verschmolzen, die künftig für den Betrieb der Anlagen am Hochkar und in Lackenhof zuständig ist.
Mit dem Beschluss, dass "Niederösterreichs Flaggschiff unter den Skigebieten", das Hochkar, zu 100 Prozent in das Eigentum des Landes übergehe, habe man "die Grundlage dafür geschaffen, dass die Liftbetriebe am Hochkar und am Ötscher Synergien heben. Mit dieser Lösung verschaffen wir Lackenhof Zeit, die langfristigen Herausforderungen anzugehen und den Ort zu einer touristischen Ganzjahresdestination zu entwickeln", betonten die Landesräte Jochen Danninger (ÖVP) und Gottfried Waldhäusl (FPÖ) im Anschluss an die Regierungssitzung.
Die Taskforce "Lackenhof 2.0" arbeitet seit Anfang Dezember an der touristischen Neupositionierung der Destination, wurde festgehalten. "Es haben seitdem zahlreiche Gespräche mit den Betrieben im Ort, aber auch mit potenziellen Investoren stattgefunden, die in den kommenden Monaten ihre Ideen konkretisieren werden. Belastbare Ergebnisse, wie es mit dem Tourismus in Lackenhof weitergehen wird, sollen jedenfalls noch 2022 vorliegen", hieß es in der Aussendung. Förderung stellte das Land für Renovierung von Gästezimmern in Aussicht. "Denn nur mit einem attraktiven Bettenangebot können neue Gästeschichten angesprochen werden", wurde betont.
Ob und welche Aufstiegshilfen bei den Ötscherliften ab der Wintersaison 2023/2024 betrieben werden, hängt nach Angaben des Landes von den neuen Konzepten, den Vorstellungen der Grundeigentümer und potenziellen neuen Investoren ab. "Wir werden sehr genau darauf schauen, dass noch 2022 ein Konzept auf dem Tisch liegt, das der Region und dem Naherholungsgebiet um den Ötscher langfristig Planungssicherheit bietet", teilte Landesvize Franz Schnabl (SP) in einer Aussendung mit.