Selten einig zeigen sich derzeit Spitzenpolitiker des Landes Oberösterreich und der Stadt Linz. Gemeinsam gehen sie im Kampf um eine Ausbildungsstätte für Ärzte in die nächste Runde. Mit einer neuen Medizin-Universität wollen wir dem drohenden Ärztemangel entgegentreten, erklärt Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP).
Gemeinsam mit dem Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ), Ärztekammer und Medizinischer Gesellschaft machen sie politischen Druck auf Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP), der dem Millionenprojekt zustimmen muss. Das Vorhaben war am ersten Tag der Bundesklausur der ÖVP am Mittwoch in Linz zwischen Pühringer und Hahn natürlich ein Thema. Wir gehen von einem künftigen Ärztemangel von 1600 aus. Der Bund laut einer Studie von 1000, erklärt Pühringer und will in den kommenden Monaten die unterschiedlichen Ergebnisse abstimmen.
Wir brauchen spätestens in einem Jahr eine Entscheidung des Bundes, mahnt Bürgermeister Dobusch und führt aus: Man muss bedenken, dass die ersten Studenten erst nach einigen Jahren fertig sind, der Ärztemangel aber nicht weniger wird. Inhaltlich wollen die Experten von Ärztekammer und Medizinischer Gesellschaft Nischen besetzen. Schwerpunkte wie Altersmedizin und Gesundheitswissenschaften sollen in der Stahlstadt ihren Platz finden.
Erste Vorschläge gibt es bereits bei den Standorten. Möglich sind die ehemaligen Austria-Tabak-Werke oder die leer stehende Finanzlandesdirektion an der Zollamtstraße, berichtet Dobusch. Die Machbarkeit werde geprüft. Sollten sich die Objekte als ungeeignet erweisen, ist ein Neubau in der Nähe des AKh angedacht.