Niederösterreich

Land richtet Plattform für Ukraine-Hilfsangebote ein

Das Service soll als Drehscheibe fungieren. Eine Telefonhotline und eine E-Mail-Adresse sind die Anlaufstellen. Auch ein Spendenkonto kommt.
Erich Wessely
01.03.2022, 17:14

Das Land Niederösterreich wird angesichts des Krieges in der Ukraine eine Koordinationsplattform für die Vernetzung von Hilfsangeboten ins Leben rufen. Das Service soll als Schaltstelle und Drehscheibe fungieren, als Anlaufstellen gelten eine Hotline sowie eine Mail-Adresse. Eingerichtet wird darüber hinaus ein eigenes Spendenkonto, teilte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Dienstag nach einem Online-Hilfsgipfel mit.

"Sehr viel Leid und Not"

"Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat sehr viel Leid und Not bei den Menschen vor Ort angerichtet. Umso wichtiger ist es, dass Europa und die gesamte westliche Welt geeint auftreten, und dass wir jetzt rasch und unbürokratisch Nachbarschaftshilfe leisten", hielt die Landeschefin fest. Bereits bisher hätten "sehr viele Menschen und Vereine bei uns angerufen und gefragt, was sie tun können und wie sie am besten helfen können". Etabliert wird daher zur besseren Koordinierung die Initiative "Niederösterreich hilft". Per Anruf (02742/9005-15000) oder Mail ([email protected]) können u.a. Hilfsangebote platziert werden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Enger Kontakt des Landes bestehe in der aktuellen Situation naturgemäß mit der Bundesregierung und den Bundesbehörden. Mikl-Leitner unterstrich in einer Aussendung auch, dass sich bereits alle Bundesländer dafür ausgesprochen hätten, Flüchtlinge aufzunehmen.

"Herausforderung"

Asyl-Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) sprach in dieser Hinsicht von einer "Herausforderung", deren Bewältigung aber "möglich" sei. Er verwies auf eine in der Fachabteilung eingerichtete direkte Anlaufstelle für Ukraine-Fragen. Nun gehe es darum, "uns jetzt so aufzustellen, dass wir bereit sind, alles auf Knopfdruck abzuwickeln, wenn wir es brauchen". Wie mehrere weitere Teilnehmer des Gipfels sprach sich auch LHStv. Franz Schnabl (SPÖ) dezidiert dafür aus, die Bereitstellung von Hilfsgütern zentral zu koordinieren. Es gebe bereits viele Gemeinden, in denen Initiativen entstanden seien.

Neben der Landespolitik waren auch Vertreter von Städten und Gemeinden sowie Einsatz- und Hilfsorganisationen am Online-Gipfel beteiligt. Letztere verwiesen auf umfangreiche Unterstützungsmöglichkeiten. Man sei bereits "dran, Quartiere aufzustellen", und biete auch die Begleitung von Initiativen in den Gemeinden an, sagte Hannes Ziselsberger, Caritas-Direktor der Diözese St. Pölten. Christoph Kainz, Präsident des NÖ Zivilschutzverbandes, sprach die Organisation eines Hilfstransportes in die Republik Moldau an, zwei Sattelzüge werden am Samstag aufbrechen. Transportkapazitäten bietet auch die Feuerwehr. "Wir könnten auf schnellstem Wege 20 Lkw-Züge für 600 Paletten aufstellen", kündigte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner an. Bereits unterwegs sind erste Hilfstransporte des niederösterreichischen Roten Kreuzes.

Mehr zum Thema