Land unter in Lavamünd sorgt für heftige Kritik

Nach dem Jahrhunderthochwasser in der Kärntner Gemeinde Lavamünd werden Vorwürfe laut, die Überflutungen hätten - wenn schon nicht verhindert, - zumindest abgeschwächt werden können. Schuld an der Höhe der Schäden soll eine falsche Prognose sein.
werden Vorwürfe laut, die Überflutungen hätten - wenn schon nicht verhindert, - zumindest abgeschwächt werden können. Schuld an der Höhe der Schäden soll eine falsche Prognose sein.

Kärntens Wasserwirtschaftsreferentin Beate Prettner (S) hat am Dienstag dem Verbund sowie Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) Vorwürfe in Zusammenhang mit dem Hochwasser gemacht. Ein Verbund-Sprecher erklärte, man habe exakt nach den geltenden Gesetzen und Vorgaben gehandelt. Laut Hydrographischem Dienst hätte die Katastrophe zumindest zum Teil verhindert werden können. Allerdings war auch die Prognose des Landes bezüglich des Ausmaßes des Hochwassers falsch.

Der Verbund habe offensichtlich zu spät bzw. nicht richtig auf die Krisensituation reagiert, richtete Prettner dem Energiekonzern via Aussendung aus. Berlakovich machte sie den Vorwurf, eine vom Verbund eingebrachte Änderung zum Wasserrechtsbescheid zum Thema Ausnahmesituationen nicht rechtzeitig behandelt zu haben. Nachdem sich , müsse alles getan werden, um "den Hergang des Hochwasserereignisses bis ins kleinste Detail zu durchleuchten und eventuelle Verfehlungen gnadenlos aufzudecken", so die Wasserwirtschaftsreferentin.

Verbund wies die Vorwürfe zurück

Verbund-Sprecher Robert Zechner wies die Vorwürfe kategorisch zurück. Die Verantwortlichen hätten sich "ganz genau an die Bestimmung gehalten", sagte Zechner. Das Problem sei eine falsche Prognose des Landes gewesen, das ein weniger starkes, nämlich ein sogenanntes fünfjähriges Hochwasser, angekündigt hatte. Laut Johannes Moser vom Hydrographischen Dienst des Landes wurde die Bescheidsänderung bereits vor zwei Jahren beantragt. Wäre sie in Kraft getreten, hätte der Verbund schon 24 Stunden früher mit dem Absenken des Pegels beginnen können.

So wurde sehr spät, in den Morgenstunden des Montag, damit begonnen, wobei das nach der "Wehrordnung" im Prinzip richtig sei. Mit der Wehrordnung wird das Verhalten im Hochwasserfall festgelegt. "Genau das ist zu kritisieren. Die Wehrordnung kann so nicht funktionieren. Wir und der Verbund wissen, dass es damit in Lavamünd Probleme gibt." Deshalb habe der Verbund ja die Änderung beantragt.

"Hätten jetzt viel weniger Schäden"

Allein die Genehmigung durch das Umweltministerium stehe noch aus. "Mit der geänderten Wehrordnung wäre das Hochwasser nicht in dieser Dimension gekommen. Wir hätten jetzt sehr viel weniger Schäden." Den Vorwurf des Verbundes, eine falsche Prognose geliefert zu haben, will Moser aber nicht auf sich sitzen lassen: "Der Verbund ist für sich selbst zuständig. Er hat ein eigenes Prognosesystem." Es stimme aber, dass die Prognosen des Landes das hundertjährige Hochwasser nicht vorausgesagt hätten.
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