Die ÖVP außer Rand und Band! Die Feierlichkeiten der Volkspartei NÖ nach dem Verteidigen der absoluten Mehrheit bei der Landtagswahl am Sonntag begannen noch im Landhaus. Um 20.00 Uhr zogen Erwin Pröll und sein Team, begleitet von ÖVP-Chef Vizekanzler Michael Spindelegger und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, in ein Festzelt neben der Parteizentrale in St. Pölten. Dort ging die Party erst richtig los.
Die ÖVP außer Rand und Band! Die Feierlichkeiten der Volkspartei NÖ nach dem am Sonntag begannen noch im Landhaus. Um 20.00 Uhr zogen Erwin Pröll und sein Team, begleitet von ÖVP-Chef Vizekanzler Michael Spindelegger und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, in ein Festzelt neben der Parteizentrale in St. Pölten. Dort ging die Party erst richtig los.
Noch im Foyer seines Amtssitzes wurde der Landeshauptmann vom Musikverein Radlbrunn samt einer Abordnung der Trachtenkapelle Ziersdorf empfangen. Der offiziellen Gratulation an den berühmtesten Sohn der Weinviertler Gemeinde folgte das in solchen Fällen obligate "Schnapserl", ehe Pröll zum Taktstock griff und dabei zeigte, dass er nicht nur das Land zu dirigieren weiß.
Pröll holte zum dritten Mal die Absolute
In Ziersdorf, zu dem Prölls Heimatort Radlbrunn zählt, wählten übrigens 64,72 Prozent die ÖVP. 2008 war der Stimmenanteil um einen Prozentpunkt höher ausgefallen. Bei seinem fünften Antreten hat Erwin Pröll in jedem Fall zum dritten Mal die absolute Mehrheit für die ÖVP in Niederösterreich eingefahren. Trotz schärferer Konkurrenz und eines harten Wahlkampfes konnte der längst dienende Landeshauptmann Österreichs erneut auftrumpfen. Sein Wahlziel, einen "5er" vor dem ÖVP-Ergebnis, hat er trotz Stimmenrückgangs erreicht.
Stronach-Fight half ÖVPDie vor allem im Zusammenhang mit der Veranlagung der Wohnbaugelder zum Teil ziemlich heftigen Angriffe aller anderen Parteien im Wahlkampf, die die Absolute der ÖVP brechen wollten, haben Pröll damit nicht wirklich geschadet. Auch der heftige Schlagabtausch mit Frank Stronach hat wohl eher zur Mobilisierung der eigenen Basis beigetragen. Schließlich hat auch der Kampf um Vorzugsstimmen, in dem die Wähler aufgefordert wurden, Pröll direkt die Stimme zu geben, Wirkung für die ÖVP gezeigt.
Pröll seit über 20 Jahren im Amt
Erwin Pröll ist jetzt bereits seit mehr als 20 Jahren - seit Oktober 1992 - im Amt. Und nach dem neuerlichen Wahlerfolg werden wohl noch weitere fünf Jahre hinzukommen. Mit den Worten, "keine halben Sachen" zu machen, hat der 66-Jährige bereits angekündigt, die volle Legislaturperiode bleiben zu wollen. Dass er vielleicht doch als Bundespräsidentschaftskandidat für die ÖVP antritt, hat Pröll, der früher durchaus mit dem höchsten Amt im Staat geliebäugelt hatte, zuletzt mehrfach ausgeschlossen.
Schwergewicht auch in der Bundespolitik
Im Bund mitreden tut Pröll sowieso. Er gilt bei weitem nicht nur in Niederösterreich als starker Mann. Sein Wort hat auch in der ÖVP allgemein und damit auch in der Bundespolitik großes Gewicht. So ging etwa zuletzt die Bundesheer-Volksbefragung auch auf seine gemeinsame Initiative mit seinem Wiener SPÖ-Freund Bürgermeister Michael Häupl zurück.
Pröll, der mit Leopold Figl und Eduard Hartmann zwei seiner Vorgänger als politische Vorbilder nennt und Altlandeshauptmann Andreas Maurer stets als väterlichen Freund bezeichnete, hat wiederholt betont, gern "erster Diener" des Landes zu sein. Bei seinem ersten Antreten als Spitzenkandidat 1993 führte die Kandidatur des kurz zuvor gegründeten Liberalen Forums (LIF) dazu, dass die ÖVP die absolute Mehrheit verlor - die sie zehn Jahre später mit 53,3 Prozent zurückeroberte und die Pröll nun mit knapp 51 Prozent zum zweiten Mal verteidigte.