Niederösterreich

Landesrätin kritisiert Eltern: "Kindergärten zu voll"

Rund 60 Prozent der Kindergartenkinder besuchen ihren Kindergarten aktuell. "Zu viele", laut Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP).
21.01.2021, 14:04

Die Regierung ruft weiter dazu auf, Kinder im Lockdown nur wenn es wirklich nötig ist in die Schule und den Kindergarten zu schicken. Während das bei den Schulen ganz gut klappt, nur 16 Prozent im Klassenzimmer anwesend sind, gibt es bei den Kindergärten offenbar Verbesserungspotenzial. Dort sind rund 60 Prozent der Kinder anwesend. 

"Zusammengefasst kann man sagen, es sind zu viele. Es sind zu viele, um den Maßnahmen des Lockdowns gerecht zu werden und der Ausbreitung des Virus wirksam entgegentreten zu können", wird Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) vom "ORF NÖ" zitiert. Sie appelliert an die Eltern, es sich zu überlegen, ob es tatsächlich nötig ist, die Kinder in den Kindergarten zu bringen oder ob nicht auch zuhause Betreuungsmöglichkeiten gegeben wären. 

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Kritik von der SPÖ

Die nö. Sozialdemokraten reagierten am Donnerstag mit einer Aussendung von Familiensprecherin Kerstin Suchan-Mayr. "Sehr viele Familien in Niederösterreich haben nicht das Glück des ÖVP-Klientels sich eine Haushaltshilfe leisten zu können – und sie müssen ihrer Arbeit nachgehen, sei es von zu Hause aus oder physisch anwesend! Die Sozialdemokratie wird es jedenfalls nicht zulassen, dass Mütter und Väter als Rabeneltern hingestellt werden", meint sie. 

SPNÖ-Familiensprecherin Suchan-Mayr mit Kindern.
SPNÖ

Suchan-Mayr ist überzeugt, dass Eltern nichts lieber wäre, als Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. "Es ist in der derzeitigen Situation aber vielerorts einfach nicht möglich! Deshalb ist es legitim, dass Kinder untertags im Kindergarten oder in der Schule zur Betreuung sind! Den Kindern und Jugendlichen fehlen seit Monaten ihre sozialen Kontakte, insbesondere Mütter werden durch die Mehrfachbelastung mit Arbeit, Haushalt und Betreuung auf eine harte Probe gestellt und haben es nicht verdient, jetzt als schwarzes Schaf hingestellt zu werden. Der ÖVP möchte ich ausrichten, dass nicht die Familien in Niederösterreich die hohen Infektionszahlen zu verantworten haben, sondern die Unfähigkeit der türkis-grünen Bundesregierung", schießt sie gegen die Regierung.