Österreich

Landesrätin Bohuslav: „Jetzt geht es bergauf&l...

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:01

Querschüsse aus parteipolitischen Gründen kann sie partout nicht ausstehen. „Das ist nicht mein Niveau“, sagt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav. Im „Heute“-Interview mit NÖ-Redaktionsleiterin Elisabeth Czastka erklärt sie, wie sie Unternehmern unter die Arme greifen möchte, was sie an der SP-Politik stört und wieso es absolut richtig ist, in St. Pölten ein neues Fußballstadion zu bauen.

„Heute“: Ist die Wirtschaftskrise in NÖ vorüber?  

Bohuslav: „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Aber in der Krise hatten 170 Firmen auf Kurzarbeit umgestellt, jetzt sind es nur noch 30. Wir halten jetzt, Mitte des Jahres, schon bei 57 Betriebsansiedelungen inklusive Erweiterungen. 2009 waren es insgesamt 72. Es geht jetzt bergauf.“

Wie viele Betriebe hätten im Vorjahr ohne Hilfe des Landes nicht überlebt?

„Wir haben 260 Betriebe mit Mitteln des Konjunkturpakets unterstützt. Durch Kredite und Haftungen.“

Kommen Erleichterungen bei den unterschiedlichen Förderungen?

„Wir müssen besser durch den Förderdschungel navigieren. Es wird kompliziert, wenn man doppelt und dreifach einreichen muss. Da wollen wir ehrlich helfen, den Zugang erleichtern.“

Sie sind sehr einflussreich. Gehen die Leute anders auf Sie zu, seit Sie das Wirtschaftsressort übernommen haben?

„Mächtig oder nicht, das interessiert mich gar nicht. Das Geld gehört effizient eingesetzt. Egal ob es jetzt um zwei Millionen oder zehn Euro geht: Ich gehe so sorgfältig damit um wie mit meiner Privatkassa.“

Sie verachten politisches Hickhack – ist Josef Leitner für Sie eigentlich ein „Landesfeind“?

„Sagen wir so: Ich finde, dass es mehr Opposition gibt als Miteinander, was schade ist. Was man im Bund damals so verdonnert hat, das sollte im Land nicht einziehen. Aber darauf legt es die SP manchmal an.“

Sie kamen aus der Wirtschaft zur Politik. Haben Sie mittlerweile ein Parteibuch?   

„Ich bin beim Wirtschaftsbund dabei, nicht bei der Partei. Ich fahre die Ellbogen dann aus, wenn aus parteipolitischen Gründen etwas populistisch dargestellt wird, das nicht stimmt. Das geht mir absolut gegen den Strich.“

Ist der Stadionbau in St. Pölten Ihr heikelstes Projekt?

„Klar, ein Projekt in dieser Größenordnung polarisiert. Aber Fußball funktioniert nur in der Hauptstadt. Natürlich ist ein gewisses Risiko dabei. Aber es war eine einmalige Chance der Finanzierung, und es ist ein schöner Impuls für die Bauwirtschaft. Im Februar ist Baustart.“

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