Landwirt verurteilt: "Tiere schrien vor Hunger"

Schlimme Zustände herrschten auf einer Landwirtschaft in der Steiermark (Symbolfoto)
Schlimme Zustände herrschten auf einer Landwirtschaft in der Steiermark (Symbolfoto)Getty Images
Einige Tiere des Mannes hatte nur noch die Hälfte ihres Soll-Gewichts, der Bauer kam mit 1.800 Euro Geldstrafe davon.

Von einem "absoluten Leidenszustand" der Tiere sprach der Gutachter, der die Landwirtschaft des Angeklagten beurteilen sollte. "Die Futtertröge waren leer, teilweise mit Kot gefüllt. Aus den Trinkhilfen kamen nur ein paar Wassertropfen, andere Zuleitungen funktionierten gar nicht. Es war eine latente Unterversorgung mit Wasser und Futter."

Anonyme Anzeigen und ein Besuch der Amtstierärztin brachten den steirischen Landwirt (61) nun auf die Anklagebank. Er reagierte auf diese Vorwürfe laut "Kleiner Zeitung" schulterzuckend: "Es gibt immer verletzte Sauen, das ist in jedem Betrieb so", rechtfertigte sich der Mann. Wenn es diese Zustände in jedem Betrieb gäbe, "wären wir alle Vegetarier", entgegnet der Gutachter. Beim Beschuldigten ortet er "ein gewisses Maß an Überheblichkeit, er will Missstände einfach nicht zur Kenntnis nehmen." 

Ohne Betäubung kastriert

Vorgeworfen wurde dem 61-Jährigen der Tod zweier Zuchtsauen, sowie das unsachgemäße Kastrieren (ohne Betäubung oder Schmerzmittel) von Tieren. Als der Richter auf die Fotos der abgemagerten Schweine blickt, meint er nur: "So schauen keine Zuchtsäue aus, sondern Windhunde."

Teilgeständnis

Schlussendlich legt der Steirer dann doch ein Teilgeständnis ab. "Ja, Herr Rat, ich übernehme die Verantwortung. Es tut mir leid, dass es passiert ist." Er sei überfordert gewesen, private Probleme und Streitigkeiten mit Nachbarn ergaben den Rest. Der bislang Unbescholtene wird wegen Tierquälerei zu 1800 Euro Geldstrafe verurteilt (noch nicht rechtskräftig). Zwei seiner mit angeklagten Familienmitglieder werden freigesprochen.

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