Österreich

Lange Haft für Schüsse durch Tür auf Nachbarn

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:10

20 Jahre Haft wegen zweifachen Mordversuchs lautete am Donnerstagabend das Urteil gegen einen 63-jährigen Obersteirer in Leoben. Dazu kommen noch Geldstrafen von 5000 beziehunsgweise 3000 Euro. Das Urteil des Geschworenengerichts ist nicht rechtskräftig.

Der Mann war am 11. Mai 2013 in die Wohnung seines Nachbars eingedrungen und hatte . Der 36-jährigen Nachbar war drei Mal getroffen und schwer verletzt worden. Angeklagt war auch eine Morddrohung gegen die Ehefrau des 36-Jährigen, die vom Angeklagten bestritten wurde.

Zur Tathandlung an sich hatte sich der 63-Jährige, der immer wieder mit Nachbarn und Behörden in Konflikt geraten war, geständig gezeigt. Der Tat war ein Streit des Angeklagten mit seinem 36-jährigen Nachbarn und dessen Vater vorausgegangen. Dabei hatte der Pensionist die beiden bedroht, die dies bei der Polizei anzeigten. Diese forderte den Mann auf, zur Einvernahme auf die Inspektion zu kommen, billigten ihm aber zuvor noch ein Gespräch mit seinem Anwalt zu.

Obersteirer griff zur Waffe

Stattdessen ergriff der Obersteirer aber eine Pistole, die er illegal besaß, und stürmte in Richtung Nachbarhaus. Von der Schreierei gewarnt, flüchteten der 36-Jährige und seine Frau ins Schlafzimmer. Der Pensionist gelangte durch die nicht abgesperrte Hintertür ins Haus, wurde aber von den Geflüchteten durch das Zuhalten der Türe daran gehindert, ins Schlafzimmer einzudringen.

Daraufhin schoss der Angreifer sieben Mal durch die Tür und traf den Nachbarn dabei ins Gesicht, den Rücken und den Oberschenkel. Dem Schwerverletzten gelang es noch, gemeinsam mit seinem Vater den Tobenden niederzuringen und ihn zu entwaffnen. Der Täter musste mit Rippenbrüchen ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht werden.

Auch zweite Anklage wegen Mordversuch

Die Staatsanwaltschaft klagte auch die Attacke auf die Frau als Mordversuch an - das Magazin der Waffe sei zwar leer gewesen, der Angeklagte habe aber weitere Patronen in der Tasche gehabt. Der Angriff auf die Frau sei nur durch das Eingreifen des schwerverletzten Ehemannes und dessen Vater vereitelt worden, so die Anklage.

Der Beschuldigte fürchtete, dass ihm nach der Anzeige aufgrund seiner Vorstrafen die Haft drohe - eine Aussicht, die ihn ausrasten ließ. Am Ende entschied das Gericht auf zweifachen Mordversuch.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen