Vor der Teststation am Areal des Wiener Neustädter Hauptbahnhofs bildeten sich am Mittwoch längere Schlangen. Gegen 13 Uhr berichteten Zeugen von einer Wartezeit für den Test von bis zu einer Stunde.
In Wiener Neustadt waren am Mittwoch zudem die Vorbereitungen auf die verstärkten Ausreisekontrollen und die damit verbundene Ausweitung der Testkapazitäten voll im Gange. So liefen etwa Arbeiten am Zehnergürtel, wo in einem ehemaligen Geschäftslokal ("Carnaby") eine dritte permanente Teststraße eingerichtet wird. Ab Freitag sollen in der Statutarstadt täglich 15.000 statt bisher 2.000 Untersuchungen durchgeführt werden können.
Auf dem Programm stand einem Sprecher der Stadt zufolge auch die Einweisung von Soldaten. Die permanenten Teststraßen - neben "Carnaby" in der Arena Nova und den Kasematten - werden personell vom Bundesheer übernommen und daher auch entsprechend übergeben. Zudem besteht viel Informationsbedarf für die Bevölkerung. "Wichtige Antworten zu den häufigsten Fragen" gibt es auf der Website www.wiener-neustadt.at.
"Bestens vorbereitet" öffnete auch im SES-ShoppingCenter Fischapark eine Indoor-Teststraße für Besucher sowie Mitarbeitende des Centers. Unter Einhaltung der Hygienerichtlinien werden von Montag bis Samstag während der regulären Öffnungszeiten des Shopping-Centers Antigen-Schnelltests von medizinisch geschultem Personal durchgeführt. Hierfür werden die Räumlichkeiten sowie die Infrastruktur des Fischaparks genutzt. Die Umsetzung erfolgt unter ärztlicher Leitung und soll einen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie leisten. "Zusätzlich wird ab Sonntag, den 14. März eine Drive-In Teststraße am Parkdeck 3 zur Verfügung stehen. Auch die bereits seit Anfang Februar bestehenden COVID-19-Testmöglichkeiten in der Fischapark-Apotheke können nach wie vor kostenlos in Anspruch genommen werden", heißt es in einer Aussendung des Centers.
Die Corona-bedingt erlassene Hochinzidenzgebiets-Verordnung für Wiener Neustadt ist mit dem heutigen Mittwoch in Kraft getreten. Die darin festgehaltenen Ausreisekontrollen werden allerdings vorerst nicht durchgeführt, hieß es aus dem Rathaus. Sie sollen aber bis zum Wochenende schrittweise hochgefahren werden. Bis dahin werden die Testkapazitäten massiv ausgeweitet, 15.000 Tests pro Tag sollen ermöglicht werden.
Kundgemacht wurde die "Verordnung über Ausreisebeschränkungen betreffend die Stadt Wiener Neustadt" am (gestrigen) Dienstag. Das zwei A4-Seiten umfassende Dokument fußt auf einem am Wochenende kommunizierten Erlass von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Übernommen wurden die darin enthaltenen Ausreisebedingungen: Vorweis eines maximal 48 Stunden alten negativen Antigentest-Ergebnisses oder eines höchstens 72 Stunden alten negativen PCR-Tests.
Ebenfalls abgebildet sind die Ausnahmen aus dem Erlass des Gesundheitsministers - etwa für Personen mit nachweislich überstandener Covid-Erkrankung und Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr. Darüber hinaus wurden in Wiener Neustadt weitere definiert. Erwähnt sind etwa Schüler mit einem von der Schule ausgestellten Nachweis eines aktuellen negativen Antigentest-Resultats und Personen, die ausschließlich eine PCR-Teststation oder eine Covid-19-Impfstelle aufsuchen.
Interessant für Wiener Neustadt als Standort eines Landesklinikums ist auch die Ausnahme für Menschen, die das Stadtgebiet ausschließlich zum Zweck der "Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen betreten und verlassen, sofern dies auf direktem Weg ohne Zwischenstopp erfolgt". Von der Nachweispflicht eines gültigen Tests sind in diesem Zusammenhang auch erforderliche Begleitpersonen nicht erfasst.
Nicht zuletzt ist auch eine Ausnahme für jene Ausreisewilligen definiert, die glaubhaft machen können, dass ihnen die Erlangung des erforderlichen Testnachweises "aus tatsächlichen Gründen nicht möglich oder zumutbar" war. Diese Regelung ist allerdings zeitlich begrenzt und gilt nur bis Freitag.