Fussball

LASK-Fanszene wendet sich gegen eigenen Klub

Die organisierte Fanszene des LASK übt harte Kritik an der Klubführung. Der Skandal rund um die verbotenen Trainings und der "arrogante" Umgang mit der Krise erzürnen die Anhänger.
02.06.2020, 12:38

Der LASK-Skandal hat im heimischen Fußball für ein Beben gesorgt. Die verbotenen Mannschaftstrainings während der Corona-Krise kosteten den Linzern sechs Punkte und die Tabellenführung. Der LASK kündigte an, gegen das Urteil des Senat 1 Einspruch einzulegen. Mit dem Ständig Neutralen Schiedsgericht gibt es eine dritte, mögliche Instanz. Bis zum endgültigen Urteil könnte es also drei bis vier Monate dauern, die Meisterschaft würde womöglich am grünen Tisch entschieden.

Dieses Vorgehen der Oberösterreicher ärgert nicht nur die Konkurrenz sondern augenscheinlich auch die eigene Fanszene. In einem offenen Brief wenden sich die "Landstrassler" am Dienstag an die Klubführung, an der sie kein gutes Haar lassen.

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Darin wird der jüngste Skandal als "weiterer Pinselstrich in einem Sittenbild, das uns schon seit einiger Zeit Bauchschmerzen bereitet", bezeichnet. Es ist die Rede von einem "Trend zu Unehrlichkeit und Überheblichkeit", von der Anwendung von Methoden, "die den Erfolg über genau die Werte, die man sich als Stolz von Oberösterreich nur zu gerne aufs Revers heftet, stellen".

Die "Landstrassler" hatten schon vor dem Skandal Kritik an der Farbgebung der Trikots (Sponsoren-Farben) und dem Einsatz der FC Juniors OÖ als de facto Amateurteam geübt. Es handle sich um "einige sich summierende Hässlichkeiten". Jetzt sei "die Saison unseres Lebens mit dieser Ignoranz konterkariert" worden.

Hartes Fazit der Fans: "Neben der Dämlichkeit und des offenkundigen Dilettantismus der Aktion an sich, ist es vor allem der Umgang damit und danach, der diesem Verein unwürdig ist. Anstatt, dass man sich eingesteht, Scheiße gebaut zu haben, verläuft man sich in themenverfehlenden Relativierungen. Als Bauernopfer darf die sportliche Leitung herhalten."