Knalleffekt in der Bundesliga! Der LASK trennt sich von seinem Trainer Valerien Ismael, bestätigt am Samstag die Berichte des Vortags. Zeitgleich geben die Linzer bekannt, dass Dominik Thalhammer als Trainer und Sportdirektor engagiert wurde.
Thalhammer war zuletzt als Gesamtleiter der österreichischen Traineraus- und -fortbildung beim ÖFB aktiv. Als Teamchef der Frauen-Nationalmannschaft war er mit dem Halbfinaleinzug bei der EURO 2017 für den großen Erfolg der ÖFB-Auswahl verantwortlich. Wer ihm als Frauen-Teamchef nachfolgt, ist noch nicht bekannt.
Der LASK schreibt in seiner Aussendung, man sei Ismael "nicht böse, dass er seinen Abschied selbst bekannt gegeben hat". Am Freitag hatte neben anderen Medien TV-Rechtehalter "Sky Sport Austria" die Trennung als "confirmed", also "bestätigt", verkündet, ohne, dass es vom Verein ein offizielles Statement gab. Die Formulierung des LASK suggeriert, dass sich Ismael persönlich an Pressevertreter aus Oberösterreich gewendet haben könnte.
Der Verein bedankt sich für die "gute und engagierte" Arbeit von Ismael. Tatsächlich konnte der LASK in der abgelaufenen Saison national und international für Furore sorgen. Den Grunddurchgang gewannen die Linzer mit sechs Punkten Vorsprung auf den Titelverteidiger und den späteren Meister Red Bull Salzburg. In der Europa League überwinterte der Klub und sicherte sich ein historisches Highlight: das Achtelfinal-Duell mit Manchester United. Das Hinspiel verloren die Linzer auf der wegen Corona leeren Gugl mit 0:5, das Rückspiel im Old Trafford steht noch aus.
Stichwort Corona: damit änderte sich in Linz alles. Die Pandemie sorgte für eine Zwangspause der Bundesliga. Kurz vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs kam der Trainingsskandal des LASK auf. Der Tabellenführer wurde bei verbotenen Mannschaftstrainings erwischt, gab vier solcher Corona-Verstöße zu. Der Senat 1 der Bundesliga zog dem LASK sechs Punkte ab. Zwei davon wurden vom Protestkomitee zurückgegeben.
Der Schaden des Skandals ging aber tiefer. In der Meisterrunde offenbarte der LASK ungewohnte Schwächen und rutschte auf Endplatz vier ab. Der sportliche Leistungsabfall könnte von inneren Brüchen herrühren. Gerüchte um einen intregierenden Co-Trainer Andreas Wieland ("Der Standard") und Spieler, die nicht mehr hinter Ismael stünden, machten in den vergangenen Tagen die Runde.
„Er war schon im letzten Sommer unser Wunschkandidat. Wir haben aber verstanden, dass er sich dem Frauen-Nationalteam und dem ÖFB verpflichtet fühlt. International hatten wir vor einem Jahr noch nicht viel erreicht und unser Team war im Umbruch“, erklärt Vizepräsident Jürgen Werner in der Aussendung. Auch um ihn rankten sich am Freitag Abschiedsgerüchte, die das sportliche Mastermind des Klubs bei der "Krone" am Samstag entkräftet.
Für Thalhammer ist es die zweite Ära bei den Linzern. Er war bereits 2007/08 als Co-Trainer von Karl Daxbacher tätig.
Dominik Thalhammer ist neuer Trainer und Sportdirektor beim LASK. Für den 49-Jährigen ist es eine Rückkehr zu den Athletikern, er war bereits 2007/2008 als Assistent von Karl Daxbacher beim Verein tätig. Thalhammer führte unter anderem das Frauen-Nationalteam als Teamchef in das EM-Halbfinale 2017. Zuletzt war er Gesamtleiter der österreichischen Traineraus- und -fortbildung beim ÖFB. Er löst Valérien Ismaël ab.
„Wir bedanken uns bei Valérien sehr herzlich für seine gute und engagierte Arbeit. Das ist keine Entscheidung gegen Valérien Ismaël, sondern eine Entscheidung für Dominik Thalhammer“, betont Vizepräsident Jürgen Werner.
Präsident Siegmund Gruber ergänzt: „Wir können den Ärger und Frust von Valérien Ismaël, nach dieser großartigen Saison gehen zu müssen, nachvollziehen. Die Entscheidung ist uns wirklich sehr schwergefallen. Wir hoffen, dass er unsere Position irgendwann versteht und sind ihm auch nicht böse, dass er seinen Abschied selbst bekannt gegeben hat. Mit Dominik Thalhammer befinden wir uns schon seit Jahren in regelmäßigem, gutem Austausch. Wir waren dabei stets auf einer Wellenlänge. Das Präsidium war sich immer bewusst, dass er wohl wie kein Zweiter zum LASK, unserer Philosophie und unseren Zielen passt. Wir haben deshalb seine Situation immer beobachtet, über unverbindliche Gespräche sind wir bisher aber nicht hinausgekommen.“
„Er war schon im letzten Sommer unser Wunschkandidat. Wir haben aber verstanden, dass er sich dem Frauen-Nationalteam und dem ÖFB verpflichtet fühlt. International hatten wir vor einem Jahr noch nicht viel erreicht und unser Team war im Umbruch“, erklärt Jürgen Werner.
„Als wir heuer nochmal angefragt haben und die Chance da war, wussten wir, dass wir jetzt schnell Nägel mit Köpfen machen müssen“, so Präsident und Vizepräsident.
„Dominik Thalhammer war mit 33 Jahren der jüngste Trainer, der je eine Mannschaft der obersten österreichischen Spielklasse betreut hat. Seither hat er sich in vielen verschiedenen Funktionen weiterentwickelt und besitzt einen ganz speziellen, ganzheitlichen Blick auf den Fußball. Wir sind unglaublich glücklich, dass wir ihn für unser Projekt gewinnen konnten. Er wird uns nochmal besser machen“, gibt sich Jürgen Werner euphorisch.
Dominik Thalhammer: „Durch die internationalen Erfolge, die großartigen Leistungen, vor allem im Grunddurchgang, und den anstehenden Stadionbau ist der LASK für mich als Linzer eine Riesenchance, die ich nicht noch einmal ablehnen konnte. Ich bin von diesem Projekt absolut überzeugt und bedanke mich beim Präsidium, dass sie mir hier die volle sportliche Verantwortung übertragen. Ich werde sorgsam und mit vollem Einsatz mit dieser Verantwortung umgehen. Nach neun Jahren beim Frauen-Nationalteam fällt mir der Abschied schwer. Ich hoffe aber, dass mir der ÖFB bei meiner Vertragsauflösung entgegenkommt, damit ich schon gegen Manchester United am 5. August auf der Bank sitzen kann.“