Fussball

LASK protestiert auch gegen milderes Urteil

Der Punkteabzug gegen den LASK wurde vom Protestkomitee reduziert. Die Linzer werden auch das mildere Urteil nicht akzeptieren und dagegen klagen.
Sebastian Klein
23.06.2020, 07:37

Paukenschlag! Das Protestkomitee reduzierte die Strafe gegen den LASK wegen der verbotenen Mannschaftstrainings während der Corona-Pause. Aus sechs Punkten Abzug (Senat 1 hatte diese ausgesprochen) wurden am Montagabend vier Punkte. Damit rückten die Linzer in der Meisterrunde an Rapid heran, haben als Dritter zwei Zähler Rückstand auf die Hütteldorfer, acht auf Tabellenführer Red Bull Salzburg.

Der Trainings-Skandal ist für die heimischen Fans damit noch nicht durchgestanden. Die Linzer kündigten noch am Montagabend an, auch gegen das zweite, mildere Urteil Klage einzulegen.

Der LASK hat vier Wochen Zeit, um beim Ständig Neutralen Schiedsgericht eine Klage einzubringen. Es handelt sich um die dritte und letztmögliche Instanz. Beim letzten Protest warteten die Linzer bis zum letzten Tag der Frist.

Die Begründung der Klage: "Auch das Protestkomitee hat den grundlegenden Fehler des erstinstanzlichen Senates 1, der in die laufende Meisterschaft der heurigen Tipico Bundesliga eingegriffen hatte, nicht korrigiert", schreibt der Klub in einer Aussendung.

Das gesamte Statement des LASK:

"Präsidium und Geschäftsführung des Vereins hätten es bevorzugt, das Verfahren bereits mit heutigem Tag abzuschließen, dem Wunsch nach rascher Rechtssicherheit steht allerdings die Sorgfaltspflicht der Vereinsorgane entgegen. Als Konsequenz dessen wird auf den uns zustehenden Instanzenzug nicht verzichtet werden können."

Es ist der LASK selbst, den durch das laufende Verfahren die größte Unsicherheit hinsichtlich Belegung eines konkreten internationalen Startplatzes trifft. Die dadurch bedingten Schwierigkeiten bezüglich der Planung der nächsten Saison müssen wir in diesem Sinne in Kauf nehmen. Die Vertreter des LASK dürfen Sie weiterhin um Verständnis bitten, dass aufgrund des laufenden Verfahrens von Klubseite keine öffentlichen Äußerungen und Einschätzungen erfolgen werden.

Auswirkungen

Bis zum endgültigen Urteil wird die laufende Meisterschaft bereits zu Ende sein. Der 32. und letzte Spieltag erfolgt am 5. Juli. Mit acht Punkten Rückstand auf Salzburg und vier ausstehenden Runden erscheint eine Entscheidung der Meisterfrage nach Ende der Saison derzeit nicht als wahrscheinlich. Es gibt allerdings noch ein direktes Duell zwischen den Klubs. Gewinnt dies der LASK dürften sich die Bullen im Fall einer erfolgreichen Klage der Konkurrenz keinen Patzer mehr erlauben.

Das Rennen um die Europacup-Plätze gestaltet sich hingegen eng. Das zweitplatzierte Team darf an der Champions-League-Quali teilnehmen. Aktuell wäre das Rapid, abhängig von der Entscheidung des Ständig Neutralen Schiedsgerichts. Der Dritte startet in der Europa League. Wolfsberg hat als Vierter aktuell fünf Punkte Rückstand auf den LASK.

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