Der LASK will Flächen für Stadion nur pachten

Das geplante LASK-Stadion beim Pichlingersee sorgt erneut für Wirbel. Ein Grundstücksstreit verteilt das Jahrhundert-Projekt nun auf zwei Flächen.

Spätestens im Herbst 2022 will der LASK seine Heimspiele im neuen Stadion austragen. Dann endet auch der Pachtvertrag in Pasching, müssen die Schwarz-Weißen aus der TGW-Arena ausziehen.

Geht es nach den Linzern, steht der neue Fußball-Tempel dann beim Pichlingersee (wir berichteten). Doch das Mega-Projekt (Stadion für knapp 20.000 Fans), das rund 40 Millionen Euro kosten soll, sorgt im Umfeld weiter für heftige Diskussionen.

Die Stadiongegner steigen seit Monaten auf die Barrikaden. Neu veröffentlichte Pläne können sie nun auch nicht beruhigen. Ganz im Gegenteil: Denn wie jetzt bekannt wurde, sollen die rund 4.000 geplanten Parkplätze einen Kilometer von der Arena entfernt errichtet werden.

15 Minuten Fußweg

Das würde bedeuten: Die Zuseher müssten etwa 15 Minuten vom Auto zum Stadion gehen. Hintergrund dieser skurrilen Aktion ist offenbar ein Grundstücksstreit.

Keine Einigung mit Grundstückseigentümer

Das Problem: Die LASK Gmbh will die Grundstücke der Landwirte laut Insiderinformationen nicht kaufen, sondern vorerst auf zehn Jahre pachten. Bei diesem Vorhaben spielen aber nicht alle Eigentümer mit.

"Damit wird versucht, das Risiko auf die Grundstückseigentümer abzuwälzen. Wenn die LASK-GmbH diese zehn Jahre finanziell jedoch nicht überlebt, wäre das Land praktisch eine Ruine und somit unverkäuflich", so NEOS-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik.

20 Hektar Grünland müssten umgewidmet werden

Für das Stadion, die Parkplätze sowie zwei oder drei Kunstrasenplätze müssten insgesamt 20 Hektar Gründland umgewidmet werden. Potocnik fordert: "Die Stadt muss sich ohne Wenn und Aber zum Erhalt der Grünoase bekennen. Es braucht einen sofortigen Stopp des planerischen Amoklaufs und eine offene, ehrliche Standortdiskussion."

Potocnik plädiert für einen Standort zum Beispiel bei der PlusCity oder dem Haid-Center. Dort könnten laut dem NEOS-Fraktionsobmann "Synergien mit bereits vorhandenen Parkplätzen und Garagen genutzt werden."

Auch Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) spricht bei dem Stadionprojekt von einem Foul am Naturschutz. Sie sagt: "Durch das Bauvorhaben an diesem Standort wird ein Naherholungsgebiet entwertet. Es ist höchste Zeit, dem Projekt die rote Karte zu zeigen."

Keine vernünftige öffentliche Verkehrsanbindung

Zudem gibt es laut der Stadträtin auch keinerlei vernünftige öffentliche Verkehrsanbindung an das Areal. Es würden jedes Mal Tausende Besucher mit dem Pkw an- und wieder abreisen. "Wie sich das auf die ohnehin prekäre Luftsituation und die Verkehrssituation auswirkt, liegt auf der Hand. Eine Umwidmung der Fläche für ein Stadion und einen Riesenparkplatz ist daher keinesfalls zu rechtfertigen", kritisiert Schobesberger.

Der LASK schweigt weiter

Seitens des LASK hält man sich seit der Präsentation des Jahrhundert-Projekts im März bedeckt, gibt keine weitere Details preis. Ob sich der Bundesligist mit dieser Taktik nicht selbst ins Abseits schießt?

(mip)

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