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LASK-Vize warnt! Übernimmt sich Klub mit dem Stadion?

Dunkle Wolken über der Gugl! LASK-Vizepräsident Manfred Zauner warnt vor eine Kostenexplosion beim Stadionneubau. Übernimmt sich der Klub?

Sebastian Klein
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So wird die neue LASK-Arena aussehen.
So wird die neue LASK-Arena aussehen.
LASK

Die LASK-Fans sind in Sorge! Beim Bundesliga-Klub scheint der Haussegen schief zu hängen. Das legt eine Stellungnahme des Vizepräsident nahe. Manfred Zauner hat ein Schreiben angefertigt, in dem er vor den enormen Kosten des Stadionprojektes auf der Linzer Gugl warnt und in den Raum stellt, dass sich der Verein damit finanziell übernehmen könnte.

Anstatt der veranschlagten 60 Millionen Euro soll die Raiffeisen Arena laut der jüngsten Kostenschätzung des Projektleiters 117 Millionen kosten. Damit würde der Neubau auf der Gugl knapp doppelt soviel kosten, wie ursprünglich geplant. Das Land Österreich hat Förderungen in Höhe von 30 Millionen zugesagt.

Im Schreiben, das an die Gesellschafter der LASK Marketing GmbH gegangen ist, heißt es: "Ob die aktuellen Größenordnungen für unseren LASK vertretbar und bewältigbar sind […] kann ich mangels einer fundierten Wirtschaftlichskeitsrechnung […] nicht sagen". Zauner sieht dringenden Handlungsbedarf, will eine Neukonzeption des Stadions.

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    So wird die neue LASK-Arena aussehen. Die Beleuchtung muss umgeplant werden.
    So wird die neue LASK-Arena aussehen. Die Beleuchtung muss umgeplant werden.
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    Vorwürfe an Gruber

    Er kritisiert LASK-Präsidenten Siegmund Gruber: "Ich bin, wie jeder weiß, mit dem LASK tief verbunden, dennoch komme ich mit diesem Schreiben auch meiner Warn- und Hinweispflicht in meiner Funktion als Geschäftsführer nach, dass, sollte das Projekt mit der offensichtlichen Vor- und Herangehensweise eines Co-Geschäftsführers Siegmund Gruber sowie seiner verlängerten Hand Johannes Lehner umgesetzt werden, weder eine fristgerechte Umsetzung noch das Einhalten des gesetzten finanziellen Rahmens als gesichert anzusehen sind. Somit kann ich mich dem Zitat meines Co-Geschäftsführers nicht anschließen, der im Zuge der Stadion-Präsentation verlautet hat: 'Ich kann jedem garantieren, wir werden uns hier mit diesem Stadion nicht übernehmen'"

    Als Geschäftsführer abberufen

    Brisant: Die "Oberösterreichischen Nachrichten" berichten, der Klub-Vize wurde als Geschäftsführer der LASK-Arena GmbH und Co. KG abberufen. Über diese wird der Bau abgewickelt. Neben Gruber war Zauner in seiner Funktion bei der Vergabe von Aufträgen zeichnungsberechtigt.

    Zauner: "Mir wird, wie ich gehört habe, vorgeworfen, dass ich mich seit Oktober 2020 nicht an die Regularien des Fördervertrags gehalten und daher dem Unternehmen existenzbedrohenden Schaden zugefügt habe – Stichwort Rückzahlung der Fördergelder an das Land Oberösterreich. Ich halte fest, dass mir bis Oktober 2020 weder ein entsprechendes Schriftstück, noch die Fördervereinbarung sowie der Schriftverkehr mit dem Land OÖ bezüglich. Vergabeprozess vorgelegen ist."

    Mahnende Beispiele

    Vor allem der letzte Teil dieses Statements gibt Anlass zur Sorge um die Athletiker. Als warnendes Beispiel dient die Wiener Austria, die nach dem Stadionumbau am Verteilerkreis und fehlenden Einnahmen aus dem Europacup in finanzielle Nöte geraten ist. Auch in der eigenen Klubgeschichte muss man nicht lange blättern, ehe man auf den Konkurs und Zwangsabstieg in den Amateurbereich stößt. Dieser erfolgte 2012.

    Beim LASK brodelt es intern. Das erinnert auch an die Entwicklungen der letzten Monate im Linzer Eishockey. Die Black Wings waren über Jahre Publikumsmagnet und eine fixe sportliche Größe im heimischen Sport. Das hat sich seit vergangenem Sommer nicht nur wegen der fehlenden Zuschauer im Zuge der Corona-Krise geändert. Es kam zum internen Zerwürfnis zwischen Präsident Peter Freunschlag und seinen drei Vizes. Der Streit über die Zukunft des Klubs, Finanzen und Manager Christian Perthaler eskalierte, die Vizepräsidenten verließen den Klub und gründeten den Eishockey-Verein Linz. Sie werfen Freunschlag vor, den Verein nicht demokratisch zu leiten.

    Der erste Anlauf, eine Lizenz für die heimische Eishockey-Liga zu ergattern, scheiterte kurzfristig. Der EV Linz wagt derzeit einen neuen Anlauf und hat zu diesem Zwecke frühere Black-Wings-Sponsoren und die größten Fanklubs des bisherigen Platzhirschen ins Boot geholt. Auch Hallen-Betreiber Liwest ist auf der Seite des neuen Vereins. Die Black Wings wehren sich aktuell mit einer Klage gegen Ex-Manager Perthaler, der wiederum beim EHV Linz seine Finger im Spiel hat. Der Streit verkommt zur Schlammschlacht. Leidtragender ist, danach sieht es aktuell aus, vor allem das Linzer Eishockey. Das zeigt sich bereits sportlich. Ob Zufall oder nicht, aber der Play-off-Dauergast ist nach 40 Runden heuer Stockletzter.

    Sportfans in der Stahlstadt werden den schwelenden Streit zwischen LASK-Boss Gruber und Vize Zauner deshalb umso ängstlicher verfolgen, ist man durch die drohende Implosion der Wings doch vorgewarnt.

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      David Alaba feierte 2009 mit 17 Jahren und 114 Tagen sein Debüt für das österreichische Nationalteam. Er schaffte den Aufstieg zum unumstrittenen Star.
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