Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den prominenten Lungen-Spezialisten Walter Klepetko. Der Vorwurf: Gegen Bares soll eine Griechin rasch zu einem neuen Organ gekommen sein.
Er zählt zu den weltweit erfahrensten Transplantationsexperten, doch jetzt hat er die Justiz am Hals. AKH-Lungenarzt Walter Klepetko – er hat letztes Jahr Niki Lauda mit einer Operation das Leben verlängert – muss sich wegen einer umstrittenen Lungen-OP rechtfertigen.
Anfang Oktober hat Klepetko einer Griechin eine neue Lunge implantiert. Das Spenderorgan war ungewöhnlich rasch verfügbar. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts, dass die ausländische Patientin durch eine Geldzahlung auf der Warteliste vorgereiht wurde und sich Ärzte persönlich bereichert hätten. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Klepetko selbst begrüßt gegenüber "Heute" die Untersuchungen: "Denn die Gerüchte müssen ein Ende haben. Bei uns ist alles in Ordnung, ich habe nichts zu verstecken." Bislang ist der Experte noch nicht einvernommen worden, seine Abteilung sei aber bereits um Übermittlung von Daten (in auch für medizinische Laien verständlicher Form) gebeten worden.
Den Ermittlungen liegt eine anonyme Anzeige zugrunde. Klepetko kann die anzeigende Person eingrenzen: "Man muss nur überlegen, wer Zugang zu den Daten in der Klinik und zu jenen von Eurotransplant (Transplantationsplattform für Spenderorgane, Anm.) hat."