Niki Lauda hat zwar Interesse an seiner Fluglinie, will aber sein altes Angebot für Niki nicht aufrecht erhalten. Er will warten, wie die EU entscheidet.
„Ich warte in Ruhe ab, was passiert. Bisher kenne ich nur Zeitungsmeldungen, die von der EU-Kommission noch nicht bestätigt wurden. Es ist ja noch immer unklar, ob die EU-Kommission die Niki-Übernahme durchwinkt oder genauer anschaut", erklärte Niki Lauda gegenüber „Heute".
Medien-Berichten zufolge könnte sich die EU-Kommission aus kartellrechtlichen Gründen gegen den Niki-Kauf durch die Lufthansa quer legen und die Übernahme genauer kontrollieren. Diese vertiefte Prüfung durch die EU-Kommission würde rund 90 Tage dauern. Während dieser Zeit muss die Lufthansa den Flugbetrieb von Niki finanzieren. „Das muss alles die Lufthansa zahlen, das hat mit Niki nichts zu tun", sagt Lauda.
Lufthansa will Niki nicht finanzieren
Doch die Lufthansa hat inoffiziell verlauten lassen, dass sie ihre Zahlungen an Niki einstellen werde, falls die EU-Kommission eine vertiefte Prüfung des Air-Berlin-Deals plane: Die Untersuchung würde zu lange dauern. Ohne Lufthansa-Geld wäre ehemalige Air Berlin-Tochter Niki aber noch vor Weihnachten pleite, obwohl die Fluglinie vor dem Air-Berlin-Crash nicht insolvent war.
„Ich habe immer gesagt, dass die Niki-Übernahme durch die Lufthansa kartellrechtlich bedenklich ist. Es ist aber schön, dass in Brüssel noch immer Menschen sitzen, die den Wettbewerb fördern wollen", meinte Lauda. Ein Freudentag sei das aber nicht für ihn.
Kein Angebot, aber Interesse
„Ich werde das Angebot nicht aufrecht erhalten", sagt Lauda. Dann kommt der Nachsatz: „Aber das Interesse ist nach wie vor da". Jetzt warte er einmal, wie die EU-Wettbewerbshüter entscheiden.
(GP)