Laudamotion am Ende: 370 Mitarbeiter ohne Job

Die Marathon-Verhandlungen zur Rettung von Laudamotion in Wien sind in der Nacht auf Freitag gescheitert. Nach 15 Stunden stand fest: Die vorgeschlagenen Gehaltseinbußen werden nicht akzeptiert, die Wiener Basis geschlossen.

Das Verhandlungs-Wirrwarr zur Rettung der Fluglinie Laudamotion findet ein bitteres Ende. Was war passiert? In der Coronakrise hatte Ryanair-Chef Michael O’Leary der Tochter Laudamotion ein Ultimatum gestellt. Entweder man senke die Personalkosten bei den rund 370 Wiener Mitarbeitern, oder die Fluglinie könnte dichtgemacht werden. Laudamotion hatte einen dementsprechend adaptierten Kollektivvertrag an die Gewerkschaft übermittelt, die Wirtschaftskammer stimmte zu - doch die Gewerkschaft wollte diesen nicht akzeptieren.

Nachdem das Aus damit eigentlich schon besiegelt war, gab es neue Anstrengungen. Laudamotion wandte sich daraufhin sogar an Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP), damit dieser auf die Gewerkschaft einwirke. Doch diese stellte sich stur, das die neuen Löhne extrem gekürzt seien und teils sogar weniger als die Mindestsicherung in Wien betragen hätten. Eine Nachbesserung des Vertrags hätte nun bis Donnerstag um Mitternacht die Wiener Basis retten sollen.

Nur "kosmetische" Korrekturen

Freitagfrüh ist nun aber bekannt: Die 15-Stunden-Verhandlungen brachten kein Ergebnis. Von der Gewerkschaft heißt es, dass bei den Gehältern zwar nachgebessert wurde, dies aber nur "kosmetisch". Selbst der Lohn für Vollzeitmitarbeiter käme "nie über die Armutsschwelle" (in Österreich bei 1300 Euro netto). Ein Gegenvorschlag der Gewerkschaft mit höheren Löhnen und Kurzarbeit statt Kündigungen sei nicht akzeptiert worden.

Macht nun Ryanair seine Drohung war, war es das mit Laudamotion und der Wiener Basis, 370 Mitarbeiter stehen nun ohne Job da und wurden bereits beim Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldet. Ganz aufgegeben scheinen die Mitarbeiter den Kampf aber noch nicht zu haben. Aus der Gewerkschaft heißt es auch nach Ablauf sämtlicher Fristen und Ultimaten am Freitag noch: "Unsere Hände bleiben ausgestreckt."

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