Biestiger Vorfall auf der Fahrt mit dem Zug von Krems nach Wien für eine zweifache Mutter: „Ich saß wohl leider am falschen Platz, musste 30 Läuse aus der Kleidung entfernen."
Schock für Pendlerin Martina R. (Name geändert): Am 14. Mai fuhr die 35-Jährige mit dem Wieselzug um 4.29 Uhr von Krems nach Wien: „Mein Platz muss voll mit Läusen gewesen sein, das bemerkte ich leider erst als ich in der Arbeit war. 30 der Biester entfernte ich sofort aus meiner Kleidung, die Jeans schmiss ich gleich weg."
Eine der Läuse konservierte die Frau als Beweis mit einem Tixo, am Heimweg meldete sie den Fall am ÖBB-Schalter in Krems.
"Angst um meine zwei Töchter"
„In der Apotheke durfte ich 36 € für das Läuseshampoo bezahlen und hatte riesige Angst, dass ich die Viecher auf meine zwei Töchter übertrage", so Martina R. angeekelt. Nach Kopfwäschen konnten am Tag darauf beim Hausarzt keine Läuse mehr entdeckt werden, die Mutter (Jahreskartenbesitzerin) ist aber sauer.
Die ÖBB prüfen den Vorfall genau, Sprecher Christopher Seif: „Im konkreten Fall Krems wurde eine Schwerpunktkontrolle nach Kundenbeschwerden durchgeführt, zwei Mal wurde ein Unterstandsloser aus der Garnitur verwiesen. Die Garnituren werden bei Ankunft in Krems immer gereinigt. Leider hat die Dame den Fall nicht gleich dem Zugbegleiter gemeldet, diesem ist nichts aufgefallen. Die Reinigungsfirma wird auch noch befragt. Heuer gab es bisher im Nahverkehr übrigens nur einen aufgezeigten Ungezieferfall – mit Wanzen."
Bezüglich des (bekannten) Obdachlosen sind die ÖBB mit der Stadtgemeinde und der örtlichen Polizei in Kontakt.
Im Extremfall wird der Zug einer "Verwesung"zugeführt: Die Temperatur im Zug wird dabei so erhöht, dass das Eiweiß der Insekten zerspringt und sie dadurch absterben. Das hat einen wesentlichen Vorteil gegenüber dem Einsatz von Gas. Denn dabei würde die Garnitur bis zu 3 Wochen ausfallen.
Probleme mit Obdachlosen
"Fahrten oder Nächtigungen von Obdachlosen können leider nie ausgeschlossen werden! Wir haben Pläne, insbesondere für die Wintermonate erarbeitet. Diese werden wir entsprechend den Meldungen schwerpunktmäßig einleiten. Gerade die letzte große Schwerpunktaktion im April 2017 hat die Problematik an Nächtigungen spürbar verbessert. Wobei damit aber das eigentliche gesellschaftliche Problem natürlich nicht gelöst wird", erklärt Seif.
In den Monaten September bis Ende Februar waren 142 Meldungen zum Thema Unterstandslose eingegangen, wobei der Bahnhof Krems nur eine geringe Anzahl an Meldungen (drei in sieben Monaten) hatte. (wes)